Lea Meyer hat nach ihrem viel diskutierten TV-Auftritt bei der Leichtathletik-EM in Birmingham klargestellt, dass sie Gesa Krause den Titel gönnt. Auf Instagram schrieb die 28-Jährige, Krause sei "verdient Europameisterin geworden". Sie habe die richtige Taktik gewählt und ihre Stärken optimal eingesetzt.
Meyer weist Vorwurf des Neids zurück
Nach Ansicht von Meyer spielen bei Meisterschaften nicht nur Leistungsfähigkeit, sondern auch Renngestaltung und Cleverness eine entscheidende Rolle. Wer diese Faktoren am Wettkampftag perfekt umsetze, habe den Erfolg auch verdient.
Zuvor hatte Meyer direkt nach dem Finale über 3.000 Meter Hindernis mit Aussagen für Diskussionen gesorgt. Die Deutsche war auf Rang vier gelandet, nachdem sie am letzten Wassergraben gestürzt war und eine Medaille verpasst hatte. Im ZDF sagte sie damals unter anderem, sie finde, dass sie die Medaille verdient gehabt hätte.
Auch über Krauses Rennweise hatte Meyer gesprochen. Die spätere Siegerin war lange im Windschatten geblieben und zog erst auf den letzten Metern vorbei. Viele werteten Meyers Worte deshalb als Vorwurf gegen ihre Teamkollegin.
Selbstkritik nach verpasster Medaille
In ihrem Beitrag in den sozialen Medien machte Meyer deutlich, dass sie vor allem sich selbst verantwortlich macht. Im entscheidenden Moment sei sie nicht stark genug gewesen, habe Fehler gemacht und ihre Taktik habe nicht funktioniert. Das sei allein ihr eigenes Versäumnis gewesen, schrieb sie.
Schon kurz nach dem Rennen hatte sie erklärt, dass ihr Ärger in erster Linie gegen sie selbst gerichtet sei. Sie habe sich die Situation selbst eingebrockt.
Blick nach vorn mit großen Zielen
Trotz der Enttäuschung zeigte sich Meyer kämpferisch. Sie erklärte, die besten Athletinnen hätten an diesem Tag gewonnen. Zugleich machte sie deutlich, dass sie sich weiterhin zur europäischen Spitze zählt. Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles kündigte sie selbstbewusst an, dort als deutsche Rekordhalterin stehen zu wollen. Außerdem sagte sie, vom Leistungsvermögen her halte sie sich für die stärkste Hindernisläuferin Europas.
Krause reagierte nach dem Rennen gelassen auf die Debatte. Jeder entscheide selbst, ob er im Rennen Führungsarbeit übernehme, sagte die 34-Jährige. Sie setze gerade bei Meisterschaften lieber auf ein starkes Finish in der Schlussphase. Für Krause war es der dritte EM-Titel.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber