Wissen

65.000 Mal Tod besiegt – Reanimationen vor Kliniken

Neue Zahlen 2025 alarmieren: Trotz moderner Hilfe steigt die Überlebensrate nach Reanimation in Deutschland nicht.

14.08.2026, 09:13 Uhr

Rund 350 Herz-Kreislauf-Stillstände pro Tag außerhalb von Kliniken

In Deutschland kam es im vergangenen Jahr täglich zu etwa 350 Herz-Kreislauf-Stillständen außerhalb eines Krankenhauses. Bei rund 65.000 Betroffenen begann der Rettungsdienst mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Etwa zwei Drittel der Patientinnen und Patienten waren männlich, mehr als die Hälfte älter als 70 Jahre. Das geht aus dem außerklinischen Jahresbericht 2025 des Deutschen Reanimationsregisters hervor, der in Nürnberg vorgestellt wurde.

Rettungsdienst erreicht Ziel erneut nicht

Die Überlebensquote liegt seit Jahren unverändert bei elf Prozent. Zugleich wurde das angestrebte Ziel erneut verpasst, 80 Prozent der Betroffenen innerhalb von acht Minuten nach der Alarmierung zu erreichen. Tatsächlich gelang dies nur in 70 Prozent der Fälle.

Für den Bericht wurden Angaben von 208 Notarzt- und Rettungsdiensten aus ganz Deutschland ausgewertet. Die bundesweiten Hochrechnungen stützen sich auf eine Referenzgruppe von 56 Standorten, die besonders vollständig und hochwertig dokumentieren. Dadurch seien verlässliche Aussagen zur Reanimationsversorgung in Deutschland möglich.

Häufig beginnen Laien mit der Wiederbelebung

In mehr als jedem zweiten Fall starteten bereits anwesende Laien vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit der Wiederbelebung. Oft wurden sie dabei telefonisch von Mitarbeitenden der Leitstellen angeleitet. In mehr als zwölf Prozent der Fälle waren zudem Ersthelfer oder sogenannte First Responder im Einsatz – also meist ehrenamtliche Kräfte mit besonderer Ausbildung, die schnell vor Ort sein können.

Nach Angaben des Sprechers des Deutschen Reanimationsregisters, Jan-Thorsten Gräsner, verteilt sich die Rettungskette heute auf deutlich mehr Beteiligte als noch vor einigen Jahren. Vor allem die telefonische Anleitung zur Reanimation und der weitere Ausbau alarmierbarer Ersthelfersysteme böten großes Potenzial, damit noch früher mit lebensrettenden Maßnahmen begonnen werde. Denn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sei jede Minute entscheidend. Beim Einsatz von Defibrillatoren gebe es weiterhin erheblichen Ausbaubedarf.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen