Hegseth verteidigt Umbau des Pentagon und kündigt weitere Schritte an
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den umstrittenen Kurswechsel im Pentagon bekräftigt und zusätzliche Reformen angekündigt. Bei einem Auftritt vor Militärangehörigen in Quantico im Bundesstaat Virginia sagte er, dass rund 20 Prozent der Dienstposten für Admiräle und Generäle gestrichen werden sollen. Über diese Pläne hatten US-Medien bereits zuvor berichtet.
Zugleich stellte Hegseth ein neues Vorhaben zur Erforschung der „Zukunft der Kriegsführung“ vor. An dem Projekt soll unter anderem Tech-Unternehmer Elon Musk beteiligt sein. Ziel sei es, frühzeitig künftige Entwicklungen zu erkennen und jene Bereiche zu bestimmen, in denen die USA ihre Fähigkeiten ausbauen müssten, erklärte der Minister.
Ein Schwerpunkt seiner Rede war die autonome Kriegsführung. Dabei geht es um Waffensysteme und künstliche Intelligenz, die ohne unmittelbares menschliches Eingreifen agieren und auch Angriffe ausführen können. Nach den Worten Hegseths müsse das Militär rechtzeitig handeln, um seine technologische und militärische Vormachtstellung auf dem Gefechtsfeld auch langfristig zu sichern. Erste Ergebnisse des Projekts erwartet er innerhalb von 120 Tagen.
Neues Kommando und mehr Eigenversorgung bei Energie
Darüber hinaus kündigte Hegseth den Aufbau eines neuen Vier-Sterne-Kommandos an, das den Ausbau autonomer und robotergestützter Fähigkeiten innerhalb der US-Streitkräfte vorantreiben soll.
In seiner Rede zur Lage der Streitkräfte sprach er außerdem von einer Initiative, mit der größere Militärstandorte in den USA künftig ihren Strom selbst erzeugen sollen. Hintergrund ist die Sorge, dass das zivile Stromnetz durch Cyberangriffe oder Sabotage ausfallen könnte. Die Streitkräfte sollen in einem solchen Fall weiter einsatzfähig bleiben.

Außerdem sagte Hegseth, Präsident Donald Trump wolle einen neuen Militärstützpunkt in den Vereinigten Staaten errichten. Die Bundesstaaten forderte er auf, sich als Standort zu bewerben. Wer 15.000 bis 25.000 US-Soldaten aufnehmen wolle, solle darlegen, warum der eigene Staat geeignet sei und wie dies umgesetzt werden könne.
Scharfe Worte zur Personalpolitik
Hegseth hob in seiner fast einstündigen Ansprache auch bereits umgesetzte Veränderungen hervor, die unter seiner Führung eingeleitet wurden. Schon im vergangenen Jahr war die Zahl aktiver Vier-Sterne-Generäle und Admiräle deutlich reduziert worden. In den vergangenen Monaten mussten zudem mehrere hochrangige Pentagon-Vertreter gehen oder wurden zum Rücktritt gedrängt. Die genauen Hintergründe blieben dabei häufig unklar.
Seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 treibt der 46-Jährige zudem Maßnahmen voran, mit denen Transmenschen aus dem Militär ausgeschlossen und Programme zu Diversität sowie Gleichstellung zurückgefahren werden.
Vor den Soldaten in Virginia formulierte Hegseth seine Linie erneut in drastischen Worten. Er erklärte, „ideologische Clowns“ seien entfernt worden, während nun „patriotische Cowboys“ das Bild bestimmten. Dabei äußerte er sich erneut abwertend über verschiedene Gruppen, darunter Transmenschen. Zugleich zeigte er sich zufrieden darüber, dass sich in den Reihen des Militärs nach seiner Darstellung nur noch „Krieger“ befänden.
Die von Hegseth betonte Ausrichtung auf ein sogenanntes „Krieger-Ethos“ spiegelt sich inzwischen auch im Sprachgebrauch der Regierung wider: Seit dem vergangenen Herbst bezeichnet die Regierung von Präsident Trump das Verteidigungsministerium wieder als „Kriegsministerium“.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber