Der 28-jährige Brite, der im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt an der Brexit-Verfechterin Ann Widdecombe angeklagt ist, soll nun zusätzlich wegen eines mutmaßlichen Terrorvorhabens gegen Nigel Farage strafrechtlich belangt werden. Nach Angaben der britischen Staatsanwaltschaft wird ihm vorgeworfen, Handlungen zur Vorbereitung terroristischer Anschläge begangen zu haben, darunter auch gegen den Vorsitzenden von Reform UK. Der Mann soll am 7. Oktober in London vor Gericht erscheinen.
Wie der leitende Terrorismus-Staatsanwalt Frank Ferguson erklärte, gebe es "ausreichende Beweise" gegen den Beschuldigten. Die Anti-Terror-Polizei teilte mit, die Anklage beziehe sich auf mutmaßliche Aktivitäten im Zeitraum vom 31. Mai 2024 bis zum 8. Juli 2026.
Deputy Assistant Commissioner Vicki Evans sprach von einer seit längerem laufenden, äußerst aufwendigen und komplexen Untersuchung. Die jetzt erhobenen Vorwürfe seien das Ergebnis intensiver Ermittlungsarbeit innerhalb des gesamten britischen Terrorabwehr-Netzwerks.
Fall Widdecombe löste große Bestürzung aus
Der mutmaßliche Mord an Ann Widdecombe hatte in Großbritannien erhebliche Aufmerksamkeit ausgelöst. Die 78-Jährige war Anfang Juli tot in ihrem Haus im Dartmoor in der Grafschaft Devon entdeckt worden. Nach Angaben der Ermittler wies die Leiche schwere Verletzungen auf, woraufhin eine Morduntersuchung eingeleitet wurde.
Widdecombe gehörte viele Jahre dem britischen Unterhaus für die Konservativen an. Später saß sie als prominente Unterstützerin des EU-Austritts für Farages Brexit-Partei im Europäischen Parlament. Danach war sie zudem Sprecherin der Nachfolgepartei Reform UK.
Der Brexit bleibt im Vereinigten Königreich weiterhin ein umstrittenes Thema. Erst vor kurzem hatte Premierminister Andy Burnham die Möglichkeit einer Rückkehr des Landes in die Europäische Union ins Gespräch gebracht.
Innenministerin mahnt besseren Schutz für Politiker an
Die britische Innenministerin Shabana Mahmood bekundete Farage ihr tiefes Mitgefühl. Zugleich äußerte sie sich auf der Plattform X besorgt über die Sicherheit von Politikerinnen und Politikern. Dort schrieb sie, ein Angriff auf einen Politiker sei "ein Angriff auf uns alle".
Mahmood kündigte außerdem an, nach der Parlamentspause Maßnahmen vorstellen zu wollen, mit denen Menschen in öffentlichen Ämtern künftig besser geschützt werden sollen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber