Fußball

Erstes Undav-Tor! Stuttgart siegt auch in Bratislava

Undav erlöst den VfB in Bratislava – doch zwei brenzlige Szenen lassen Stuttgart trotz klarem Sieg kurz zittern.

14.10.2026, 22:54 Uhr

Stuttgart löst Pflichtaufgabe in Bratislava souverän

Auch dank Kapitän Deniz Undav hat der VfB Stuttgart in der Champions League den nächsten Sieg eingefahren. Die Schwaben gewannen beim slowakischen Außenseiter Slovan Bratislava mit 3:0 (1:0) und holten damit im zweiten Spiel der Ligaphase den zweiten Erfolg nach dem 3:1 zum Auftakt gegen Viking Stavanger. Auf dem holprigen Rasen im Nationalstadion trafen Undav in der 29. Minute, Sandro Cruz per Eigentor (65.) und Ermedin Demirovic in der Nachspielzeit (90.).

"Fühlt sich gut an, aber im Endeffekt ist es wichtig, dass wir gewonnen haben", sagte Undav nach der Partie bei DAZN über seinen Treffer, der für ihn "befreiend" gewesen sei. Auch Josha Vagnoman zog ein positives Fazit: "In allen Belangen haben wir alles zum größten Teil super gemacht und die Null steht. Drei Tore gemacht, besser geht nicht." Grischa Prömel betonte zudem: "Zwei Siege aus zwei Spielen in der Champions League ist etwas Gutes."

Hoeneß rotiert kräftig

Trainer Sebastian Hoeneß veränderte seine Startelf im Vergleich zum 2:0 in der Bundesliga beim SC Paderborn auf fünf Positionen. Fabian Bredlow rückte ins Tor, zudem begannen Finn Jeltsch, Prömel, Bilal El Khannouss und Dzenan Pejcinovic. Dennis Seimen, Atakan Karazor, Jamie Leweling und Demirovic nahmen zunächst auf der Bank Platz. Maximilian Mittelstädt fehlte verletzt, nachdem er sich in Paderborn eine Risswunde an der rechten Ferse zugezogen hatte.

Vor dem Anpfiff erklärte Hoeneß bei DAZN seine Entscheidung gegen Seimen im Tor. Nach dessen erstem Ligaeinsatz seit längerer Verletzungspause habe man dem Keeper bewusst die Möglichkeit geben wollen, einmal durchzuschnaufen. Gegen Hamburg solle er dann wieder zwischen den Pfosten stehen.

Viele Möglichkeiten, aber zunächst nur ein Tor

Stuttgart bestimmte die erste Halbzeit über weite Strecken, ließ jedoch mehrere Chancen ungenutzt. Das einzige Tor vor der Pause erzielte Undav nach Zuspiel von Angelo Stiller mit einem flachen Schuss ins lange Eck. Der Ball wurde noch leicht abgefälscht, Torwart Dominik Takac war dennoch machtlos. Für den 30 Jahre alten Kapitän war es im achten Pflichtspiel der Saison der erste Treffer.

Zuvor hatte Takac einen Abschluss des Stuttgarter Angreifers aus kurzer Distanz noch stark mit dem Fuß abgewehrt. Weitere gute Möglichkeiten vergaben El Khannouss, Chris Führich, Ramon Hendriks und Vagnoman. Besonders nah dran war der Außenverteidiger mit einer Direktabnahme aus rund 18 Metern, die an die Latte klatschte. Mit dem schwierigen Geläuf kamen die Gäste insgesamt gut zurecht, während Bratislava offensiv kaum Akzente setzte. Die vom früheren Champions-League-Sieger Yaya Touré trainierten Gastgeber beschäftigten Bredlow lange kaum.

Kurzer Schrecken nach der Pause

Wenige Minuten nach dem Seitenwechsel wurde es aus Stuttgarter Sicht erstmals brenzlig. Nach einem weiten Abschlag von Takac lief Bratislavas Angreifer Suleiman Camara allein auf Bredlow zu und traf. Der Treffer zählte jedoch nicht, weil zuvor eine Abseitsstellung vorlag. Der VAR überprüfte die Szene ausführlich und bestätigte die Entscheidung erst nach einiger Zeit. Offenbar hatte Slovan-Kapitän Andraz Sporar den Ball noch minimal berührt, bevor Camara zum Abschluss kam – selbst in den TV-Bildern war das kaum zu erkennen.

Kurz darauf hatte der VfB erneut Glück, als Sandro Cruz den Ball mit voller Wucht an die Latte des Stuttgarter Tores setzte. Fünf Minuten später stand derselbe Spieler auf der anderen Seite im Mittelpunkt: Eine Hereingabe von Vagnoman fälschte Cruz ins eigene Tor ab, der Ball rutschte Takac dabei auch noch durch die Beine.

Demirovic setzt den Schlusspunkt

Spätestens mit dem 2:0 war klar, dass Bratislava nach dem 1:6 zum Auftakt bei Paris Saint-Germain wohl erneut ohne Punkte bleiben würde. Die Gastgeber agierten insgesamt zu ungefährlich.

Für die letzten gut 20 Minuten brachte Hoeneß zudem Leo Sauer, der in der Jugend von Slovan ausgebildet worden war. Der Trainer hatte den 20-Jährigen vor dem Spiel als "hochinteressanten" und "hochveranlagten" Spieler mit großer Zukunft gelobt. Einen entscheidenden Akzent konnte Sauer nicht mehr setzen. Den Schlusspunkt markierte stattdessen Demirovic, der nach einer starken Flanke des ebenfalls eingewechselten Lorenz Assignon per Kopf zum 3:0 traf.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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