CDU-Kandidatin sorgt mit auffälliger Kette für Debatte
Im niedersächsischen Kommunalwahlkampf hat eine CDU-Bewerberin mit einem ungewöhnlichen Schmuckstück bundesweit Aufmerksamkeit ausgelöst. Auf Wahlplakaten von Corinna Jodeit ist deutlich eine goldene Kette mit dem Schriftzug „Milf“ zu sehen. Laut Duden steht die englische Abkürzung für „mom I’d like to fuck“ und beschreibt eine „sexuell attraktive reifere, erfahrene Frau“.
Die 38-Jährige kandidiert für den Stadtrat von Wildeshausen, einer Stadt südwestlich von Bremen. Die Kommunalwahl in Niedersachsen findet am 13. September statt.
Gegenüber dem „Medienhaus Kreiszeitung“ erklärte Jodeit, die Kette sei letztlich nur ein Accessoire und habe nichts mit ihrer Kompetenz zu tun. Ihr sei bewusst, dass das Schmuckstück provozierend wirke. Für sie selbst stehe das nach eigenen Angaben zehn Jahre alte Accessoire aber vor allem für Eigenständigkeit und Stärke. Die Handwerksunternehmerin betonte zudem, dass sie zwar gern Mutter sei, sich aber nicht darauf reduzieren lassen wolle.
Nach ihren Worten hätte es sich nicht richtig angefühlt, die Kette eigens für das Wahlplakat abzulegen, weil das nicht authentisch gewesen wäre. Auf einigen anderen Motiven der Wahlwerbung ist sie allerdings auch ohne das Schmuckstück zu sehen.
Der Fall wird inzwischen auch von überregionalen Medien aufgegriffen. In den sozialen Netzwerken fallen die Reaktionen gemischt aus. Unter einem Instagram-Beitrag der „Wildeshauser Zeitung“ bezeichneten einige Nutzer ihren Auftritt als peinlich oder für eine seriöse Politikerin unpassend. Daneben gab es auch beleidigende und sexistische Kommentare. Andere Nutzer stellten sich wiederum hinter die Kandidatin.
Jodeit sagte, die Kritik lasse sie nicht unberührt und gehe nicht spurlos an ihr vorbei. An ihrer Kandidatur wolle sie dennoch festhalten. Aus ihrer Partei bekomme sie viel Unterstützung, und auch unter ihren eigenen Social-Media-Beiträgen überwiege nach ihrer Darstellung der Zuspruch. Für den Stadtrat von Wildeshausen steht sie auf Listenplatz drei.
Erinnerungen an die „Schlandkette“
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Schmuckstück einer CDU-Politikerin für Schlagzeilen sorgt. Bereits vor der Bundestagswahl 2013 wurde eine Kette von Angela Merkel intensiv diskutiert. Die schwarz-rot-goldene sogenannte „Schlandkette“, die sie in einem TV-Duell trug, entwickelte sich damals in sozialen Netzwerken zu einem der meistverbreiteten Begriffe des Abends.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber