Norris startet in Zandvoort von ganz vorn
Lando Norris hat sich die Pole Position für den Großen Preis der Niederlande gesichert. Der Weltmeister und Titelverteidiger im McLaren setzte sich in der Qualifikation auf dem Dünenkurs von Zandvoort durch und verwies George Russell im Mercedes auf Platz zwei. Dritter wurde Russells Teamkollege und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli.
Norris zeigte sich nach seiner schnellsten Runde selbst überrascht. „Es hätte nicht besser laufen können, ich bin selbst ein bisschen überrascht“, sagte der Brite. Gerade auf dem Kurs an der Nordsee ist ein guter Startplatz besonders wertvoll, weil Überholen dort als schwierig gilt.
Russell gewinnt zuvor den Sprint
Nur wenige Stunden vor dem Qualifying hatte George Russell bereits das erste Formel-1-Sprintrennen nach der Sommerpause gewonnen. Der Brite setzte sich von der Pole aus im Mercedes souverän durch und feierte damit bereits seinen dritten Sprintsieg in dieser Saison. Charles Leclerc wurde im Ferrari Zweiter, dahinter landete Norris im McLaren. Antonelli belegte Rang vier.
Lewis Hamilton, in der Gesamtwertung Zweiter, kam im Sprint nicht über Platz sieben hinaus. Nach Veränderungen am Ferrari nach dem einzigen freien Training haderte der Brite mit seinem Auto. Russell rückte durch seinen Sprint-Erfolg in der WM bis auf drei Punkte an Hamilton heran.
Antonelli bleibt im Fokus des Titelkampfs
Für Antonelli verlief das Qualifying trotz Startplatz drei nicht reibungslos. „Es war eine schwierige Session für mich, ich war irgendwie immer im Hintertreffen“, sagte der noch 19 Jahre alte Italiener. Im entscheidenden Abschnitt leistete er sich zunächst einen Fehler, wechselte noch einmal die Reifen und kehrte zurück auf die Strecke.
Ein perfekter Neustart nach der Sommerpause war es für den WM-Führenden damit nicht, im Klassement bleibt seine Ausgangslage aber komfortabel. Nach seinem vierten Platz im Sprint liegt Antonelli bei 224 Punkten, Hamilton folgt mit 171, Russell mit 168. Damit hat der Mercedes-Pilot weiterhin mehr als 50 Zähler Vorsprung auf seine ersten Verfolger.
Schon jetzt steht zudem fest, dass Antonelli in gut zwei Wochen in Monza mit einem Handicap antreten muss. Wie Teamchef Toto Wolff bestätigte, droht ihm dort wegen neuer Teile am Auto eine Startplatzstrafe von wohl mindestens zehn Plätzen.
Verstappen erneut ohne Heimvorteil
Für Max Verstappen verlief auch das Qualifying enttäuschend. Der Niederländer kam im Red Bull nur auf Rang sieben. Das passierte ausgerechnet zwei Tage nach seiner Vertragsverlängerung bis Ende 2030. „Wir sind einfach zu langsam“, stellte der Lokalmatador nüchtern fest.
Schon im Sprint hatte sich der viermalige Weltmeister mit Platz sechs begnügen müssen. Die niederländischen Fans erleben damit bislang kein Verstappen-Fest, obwohl rund um die Strecke erneut Volksfeststimmung herrschte. Mehr als 100.000 Zuschauer passen in die Arena von Zandvoort, wo der Grand Prix an der Nordsee vorerst letztmals ausgetragen wird.
Hülkenberg erreicht Q2, Hamilton im Qualifying Fünfter
Nico Hülkenberg schaffte es als Elfter des ersten Qualifying-Abschnitts in die zweite Runde. Nach Problemen im Sprint war sein Audi mit einem neuen Motor ausgerüstet worden. Da der Antrieb aus dem erlaubten Kontingent stammt, erhielt der Deutsche keine Startplatzstrafe. Am Ende belegte Hülkenberg Rang 13.
Hamilton schnitt im Qualifying besser ab als noch im Sprint und wurde im Ferrari Fünfter. Verstappen hatte sich im zweiten Abschnitt zwischenzeitlich zwar auf Rang drei einsortiert, an die Bestzeiten kam der Sieger von 2021, 2022 und 2023 aber erneut nicht heran.
Regen-Drohung erhöht den Druck
Im letzten Qualifying-Abschnitt sorgte die Aussicht auf möglichen Regen für zusätzliche Hektik. Norris setzte schon im ersten Versuch die Bestzeit und bestand den Stresstest ohne Fehler. Antonelli dagegen geriet kurz unter Druck, nachdem sein erster Anlauf misslang.
Das Rennen in Zandvoort beginnt am Sonntag um 15.00 Uhr und wird bei Sky sowie RTL übertragen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber