Politik

FDP drängt auf mehr deutsches Gas

Gas teuer, Speicher leer: Die FDP setzt jetzt auf deutsche Reserven – und ausgerechnet auf eine höchst umstrittene Methode.

22.08.2026, 12:07 Uhr

Die FDP drängt angesichts hoher Gaspreise und geringer Reserven in deutschen Speichern auf eine breitere Aufstellung bei der Energieversorgung. Nach Ansicht von FDP-Generalsekretär Martin Hagen sollte Deutschland nicht nur neue Lieferquellen erschließen, sondern auch die Nutzung heimischer Gasvorkommen ausweiten. Dabei schließt er den Einsatz moderner Fracking-Methoden ausdrücklich ein. Diese Verfahren hätten sich weiterentwickelt, und mögliche Umweltgefahren könnten heute durch strengere Kontrolle und gezielte Regulierung deutlich verringert werden.

Darüber hinaus fordert die FDP neue Energiepartnerschaften auf internationaler Ebene. Diese sollten sowohl innerhalb der EU als auch mit Beitrittskandidaten und Staaten im Mittelmeerraum aufgebaut werden. Hagen verwies zudem darauf, dass ein erheblicher Teil des Gaspreises in Deutschland auf Steuern, Abgaben und Umlagen entfalle — nach seinen Angaben rund 30 Prozent. Dieser Anteil müsse spürbar sinken, um private Haushalte und Unternehmen zu entlasten.

Bezahlbare und verlässlich verfügbare Energie sei eine Grundvoraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg, betonte Hagen. Die außergewöhnlich niedrigen Füllstände der Gasspeicher wertete er als Folge einer aus seiner Sicht misslungenen Energiepolitik der Bundesregierung. Gerade mit Blick auf den Winter sei eine stabile Gasversorgung entscheidend für die Versorgungssicherheit. Schon jetzt seien hohe Energiekosten ein erheblicher Nachteil für den Wirtschaftsstandort Deutschland — und die Lage drohe sich weiter zu verschärfen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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