Politik

Alarm: Plant Russland Sabotage in Dänemark?

Geheimplan in Dänemark? Russland soll sogar ahnungslose Bürger für Sabotage gegen Ukraine-Hilfe anwerben.

02.09.2026, 23:22 Uhr

Dänische Sicherheitsbehörden haben nach Informationen der Zeitung Berlingske konkrete Hinweise auf russische Sabotagepläne in Dänemark entdeckt. Im Fokus stehen demnach vor allem Firmen aus der Verteidigungsbranche, die an der militärischen Unterstützung der Ukraine beteiligt sind. Das sagte Emil Græsholm, Leiter der Spionageabwehr beim dänischen Inlandsgeheimdienst PET.

Nach seinen Angaben zielt Russland darauf ab, Lieferungen für die ukrainische Verteidigung zu behindern. Zugleich solle durch solche Aktionen Unsicherheit erzeugt werden, um Dänemark von weiterer Hilfe für die Ukraine sowie vom Ausbau der eigenen Verteidigungsfähigkeit abzuhalten.

Dass PET sich mit solchen Einschätzungen öffentlich äußert, ist eher ungewöhnlich. Græsholm begründete den Schritt damit, dass sowohl die Auswahl möglicher Ziele als auch die Vorbereitungen so konkret seien, dass die Bedrohung ernst genommen werden müsse. Als mögliches Mittel nannte er gegenüber Berlingske unter anderem Brandanschläge. Unternehmen aus der Rüstungsindustrie wurden aufgefordert, ihre Schutzmaßnahmen zu verstärken.

Geheimdienst warnt vor Anwerbeversuchen

Nach Darstellung des PET versucht Russland außerdem, auch gewöhnliche Bürgerinnen und Bürger in Dänemark für solche Vorhaben einzuspannen — teils, ohne dass ihnen bewusst ist, für wen sie tatsächlich tätig sind. Dabei könne es etwa darum gehen, Fotos oder Videos von Firmen oder Anlagen anzufertigen, die später für Sabotage genutzt werden könnten.

Græsholm rief die Bevölkerung daher zu besonderer Vorsicht auf, wenn sie mit entsprechenden Bitten oder Aufträgen konfrontiert werde.

Der Geheimdienst geht davon aus, dass die Bedrohung in Umfang und Komplexität weiter wachsen wird. Zwar richte sie sich aktuell insbesondere gegen ukrainische Rüstungsunternehmen in Dänemark, doch nach Einschätzung des PET zeigt Russland grundsätzlich starkes Interesse an der dänischen Verteidigungsindustrie.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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