Politik

US-Energieminister: Venezuela-Öl-Deals ändern alles

Erst ließen die USA Venezuelas starken Mann festnehmen – jetzt feiern sie dort Öl-Deals. Was steckt hinter dem Kurswechsel?

02.09.2026, 21:21 Uhr

USA bezeichnen neue Energieabkommen mit Venezuela als historisch

US-Energieminister Chris Wright hat die jüngsten Öl- und Energievereinbarungen mit Venezuela bei einem Besuch in Caracas als „historisch“ gewürdigt. Die Vereinigten Staaten wollten die Energieproduktion weltweit ausbauen, besonders aber auf dem amerikanischen Kontinent. Wright betonte, die Region reiche von Argentinien bis Kanada und vereine mehrere bedeutende Energienationen.

Im Präsidentenpalast Miraflores nahmen Wright und Venezuelas amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez an einer Zeremonie teil, bei der mehrere private Unternehmen neue Abkommen unterzeichneten. Zu den beteiligten Konzernen gehörten unter anderem der US-Ölkonzern Chevron, General Electric sowie der italienische Energiekonzern Eni, die Vereinbarungen mit venezolanischen Partnern besiegelten.

Mehrheitlicher Zugriff auf 65 Milliarden Barrel Öl

Zuvor hatten sich die USA nach Angaben von Präsident Donald Trump über ein privates Unternehmen weitreichenden Zugang zu venezolanischen Ölvorkommen gesichert. Demnach erhielten die Vereinigten Staaten die mehrheitliche Kontrolle über Reserven von mehr als 65 Milliarden Barrel. Das entspräche etwa einem Fünftel der geschätzten Ölreserven des Landes.

Chevron kündigte außerdem an, seine Aktivitäten in Venezuela deutlich auszubauen. Über ein Gemeinschaftsunternehmen sollen in den kommenden fünf Jahren mehr als sieben Milliarden US-Dollar investiert werden. Die Fördermenge soll im Vergleich zu 2026 auf rund 600.000 Barrel pro Tag steigen und damit mehr als verdoppelt werden. Ein Barrel entspricht etwa 159 Litern.

Maduro im Januar festgenommen

Bereits im Januar hatte Washington bei einem Militäreinsatz in Caracas den langjährigen Machthaber Nicolás Maduro festnehmen lassen und in die USA überstellt. Dort soll ihm wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Drogengeschäft der Prozess gemacht werden. Nach seiner Festnahme übernahm Vizepräsidentin Rodríguez kommissarisch die Regierungsgeschäfte. Die US-Regierung erklärte anschließend, die umfangreichen Ölreserven Venezuelas wirtschaftlich nutzen zu wollen.

Rodríguez sprach von einem Wendepunkt für das südamerikanische Land. Sie bezeichnete die Entwicklung als „Wiedergeburt Venezuelas“ und dankte US-Präsident Trump für seine Bemühungen um Vereinbarungen, die beiden Seiten Vorteile bringen sollen.

Mit geschätzten 303 Milliarden Barrel verfügt Venezuela über die größten bekannten Ölreserven der Welt. Dabei handelt es sich überwiegend um Schweröl, dessen Förderung und Verarbeitung besondere technische Verfahren erfordert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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