US-Präsident Donald Trump hat Nato-Generalsekretär Mark Rutte bei einem Treffen im Oval Office in Washington ausdrücklich gelobt und ihn als starke Führungspersönlichkeit bezeichnet. Rutte sei ein Freund und ein hervorragender Generalsekretär, sagte Trump. Er habe aus seiner Sicht sehr gute Arbeit geleistet. Ohne ihn, so Trump weiter, wäre ein solches Treffen womöglich gar nicht zustande gekommen, weil sich die USA von Verbündeten im Stich gelassen fühlten.
Rutte gilt als Politiker mit einem guten Draht zu Trump, steht jedoch auch immer wieder in der Kritik, dem US-Präsidenten zu sehr entgegenzukommen. Bei seinem Besuch in Washington dürfte es für den Nato-Chef daher vor allem darum gegangen sein, Spannungen abzubauen – nur knapp zwei Wochen vor dem Nato-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara. Hintergrund sind wiederholte Vorwürfe aus Washington, mehrere Alliierte hätten den US-Krieg gegen den Iran nicht ausreichend unterstützt.
Auf die Frage, ob er sich von europäischen Partnern weiterhin schlecht behandelt fühle, zeigte sich Trump erneut verärgert. Er äußerte Enttäuschung über Italien und das Vereinigte Königreich sowie über Deutschland und Frankreich. Insgesamt sei man von den meisten Partnern enttäuscht gewesen. Besonders scharf fiel seine Kritik an Spanien aus, dessen Verhalten er als "Horrorshow" bezeichnete.
Gleichzeitig hob Trump erneut seinen Respekt für Rutte hervor. Man werde über die jüngsten Entwicklungen sprechen und dann sehen, wie es weitergehe. Vertreter der US-Regierung hatten im Zuge ihrer Kritik an den Verbündeten zuletzt angekündigt, die Beziehungen der Vereinigten Staaten zur Nato neu zu bewerten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber