Fußball

Bosnien schockt Katar – lebt der WM-Traum jetzt wirklich?

Bosnien muss gegen Katar liefern – dann zaubert ein 18-Jähriger. Warum Fans in Deutschland jetzt genauer hinschauen sollten.

24.06.2026, 22:58 Uhr

Bosnien-Herzegowina macht großen Schritt Richtung Achtelfinale

Bosnien-Herzegowina hat sich mit einem 3:1 (2:1) gegen Katar bei der Weltmeisterschaft nahezu sicher für die K.o.-Phase empfohlen. Das Team von Trainer Sergej Barbarez setzte sich in Seattle vor 66.925 Zuschauern verdient durch und darf nun fest auf das Weiterkommen als einer der besten Gruppendritten hoffen.

Für die Bosnier trafen Kerim Alajbegovic in der 29. Minute, dazu kam ein Eigentor von Sultan Al-Brake (34.). Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Ermin Mahmic in der 80. Minute. Katar gelang durch Hassan Al-Haydos (42.) lediglich der zwischenzeitliche Anschluss.

Mit vier Punkten beendet Bosnien-Herzegowina die Gruppe B auf dem dritten Platz. Damit stehen die Chancen sehr gut, zum zweiten Mal nach 2014 in die nächste WM-Runde einzuziehen. Katar dagegen ist ausgeschieden und muss weiter auf den ersten Sieg bei einer Weltmeisterschaft warten.

Große Unterstützung von den Rängen

Schon vor dem Anpfiff hatte Barbarez auf die starke Unterstützung der eigenen Anhänger verwiesen und auf rund 30.000 bosnische Fans gehofft. Tatsächlich prägten Tausende in Blau, Gelb und Weiß das Bild rund um das Stadion und sorgten auch während der Partie mit lauten Gesängen für Heimspielatmosphäre.

Bosnien begann engagiert und setzte früh erste Akzente. Bereits nach wenigen Augenblicken war Katars Torhüter Mahmud Abunada bei einem Distanzschuss gefordert. Zwar fehlte es zunächst an klaren Strafraumszenen, doch die Bosnier suchten immer wieder den Abschluss aus der Entfernung.

WM 2026 - Bosnien-Herzegowina - Katar
Die Bosnier probierten es oft mit Distanzschüssen. Quelle: Lindsey Wasson/AP/dpa

Traumtor von Alajbegovic

Diese Herangehensweise zahlte sich aus: Der erst 18 Jahre alte Kerim Alajbegovic, der bald für Bayer Leverkusen spielen wird, traf aus etwa 20 Metern sehenswert fast genau in den Winkel zur Führung.

Nur wenige Minuten später erhöhte Bosnien. Nach einer weiten Hereingabe von links kam Edin Dzeko an den Ball, der letztlich über Katars Verteidiger Sultan Al-Brake ins eigene Tor sprang. Kurz darauf verpasste Dzeko selbst beinahe das 3:0, als sein Schuss am Pfosten landete. Die bosnischen Fans feierten ihren Starstürmer dennoch lautstark.

Katar hält dagegen, Mahmic entscheidet

Trotz der Überlegenheit der Bosnier blieb die Begegnung offen. Katar zeigte Moral und kam noch vor der Pause durch Al-Haydos auf 1:2 heran. Fast wäre sogar noch der Ausgleich gefallen, doch Pedro Miguel traf kurz vor dem Seitenwechsel ebenfalls nur den Pfosten.

Auch nach der Pause blieb der Außenseiter gefährlich. Bei einem Abschluss von Akram Afif lag der Jubel einigen katarischen Fans schon auf den Lippen, doch der Ball landete lediglich am Außennetz. Bosnien fing sich nach einer schwächeren Phase wieder und machte schließlich alles klar: Mahmic, der für Dzeko ins Spiel gekommen war, erzielte in der 80. Minute das 3:1 und entschied damit die Partie endgültig.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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