Politik

Käfigkämpfe zu Trumps Geburtstag – was dahintersteckt

Zum 80. lässt Trump vor dem Weißen Haus Käfigkämpfe steigen – und ein Detail des umstrittenen Spektakels sticht heraus.

15.06.2026, 06:12 Uhr

Trump verfolgt UFC-Spektakel vor dem Weißen Haus an seinem 80. Geburtstag

Fliegende Fäuste, blutverschmierte Gesichter und große Inszenierung: US-Präsident Donald Trump hat an seinem 80. Geburtstag ein UFC-Spektakel direkt vor dem Weißen Haus verfolgt. Sein Auftritt erfolgte nur wenige Stunden, nachdem er demonstrativ den Abschluss eines Abkommens mit dem Iran verkündet hatte.

Am späten Sonntagabend zogen über Washington dunkle Gewitterwolken auf, als die ersten Kämpfer aus dem Weißen Haus zur achteckigen Käfigarena liefen. Trump war da bereits vor Ort und saß unter mehr als 4.000 Zuschauern, die die Kämpfe der Ultimate Fighting Championship (UFC) unmittelbar vor dem Amtssitz des Präsidenten verfolgten. Unter den Gästen waren auch zahlreiche Kabinettsmitglieder, Angehörige der Trump-Familie und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Für ein begleitendes Fan-Fest im benachbarten Ellipse-Park wurden zudem mehr als 120.000 Besucher erwartet.

Ein Spektakel ganz nach Trumps Geschmack

Das Event entsprach ganz dem Stil des Präsidenten. Trump gilt seit Jahren als Anhänger von Mixed Martial Arts, einer oft blutigen Vollkontakt-Sportart, in der unter anderem Elemente aus Boxen, Ringen, Kickboxen, Karate und Jiu-Jitsu zusammenkommen.

UFC-Chef Dana White, ein enger Verbündeter Trumps und Unterstützer im Wahlkampf, trat zu Beginn der Veranstaltung gemeinsam mit ihm auf den Balkon des Weißen Hauses. Aus dem Publikum waren „Happy Birthday“-Rufe zu hören, anschließend wurde die Nationalhymne gesungen. Über der Arena spannte sich die riesige Kuppelkonstruktion „The Claw“ auf, die das Weiße Haus optisch fast klein wirken ließ, während Kampfjets darüber hinwegflogen.

Kritik an Nutzung des Weißen Hauses

Gegner der Veranstaltung hatten im Vorfeld versucht, das Event juristisch zu stoppen. Sie warfen Trump vor, White und dessen Unternehmen Zugang zum Weißen Haus zu gewähren, um dort ein privates, gewinnorientiertes Sportereignis mit erheblicher Werbe- und Markenwirkung auszurichten. Ein US-Gericht wies die Klage jedoch ab und verwies unter anderem darauf, dass die Einwände zu spät eingereicht worden seien.

Bereits an Trumps 79. Geburtstag hatte es in Washington eine umstrittene Großinszenierung gegeben: eine Militärparade mit schweren Panzern, Drohnen, Fallschirmspringern und Hubschraubern. Offiziell stand sie damals im Zeichen des 250. Jahrestags der Gründung des US-Heeres. Viele Amerikaner sahen darin jedoch vor allem ein Geschenk an Trump selbst. Ähnliche Vorwürfe gibt es nun erneut. Offiziell steht das UFC-Event im Zeichen des 250. Unabhängigkeitstags der Vereinigten Staaten, obwohl dieser erst am 4. Juli begangen wird.

„Jedes Mal, wenn man denkt, ein Tiefpunkt sei erreicht, legt er noch einen drauf“, sagte der Demonstrant Joseph Tiernan, einer der wenigen Protestierenden vor Ort.

Bühne für Zustimmung

Andere Besucher reagierten deutlich positiver. Der Jugendliche Gage Mentusk bezeichnete die UFC-Veranstaltung am Weißen Haus als „mega cool“. Er war eigens mit einem Freund aus Pennsylvania angereist, um die Kämpfe live zu sehen.

Für Trump bot das Spektakel die Gelegenheit, bei UFC-Anhängern und Teilen seiner politischen Basis zu punkten. Seine Zustimmungswerte sind seit geraumer Zeit schwach, doch rund um die Arena war davon wenig zu merken. Angehörige des Militärs skandierten „USA, USA“, und auch Trump selbst erhielt viel Applaus.

Der Kämpfer Bo Nickal bedankte sich öffentlich bei Trump und Dana White. Der Präsident reagierte mit einem breiten Grinsen in die Kameras. Nickal sagte, es brauche „eine ganz besondere Person“, um ein solches Event möglich zu machen, und zolle Trump dafür großen Respekt.

Ein weiterer Kämpfer nutzte die Bühne allerdings für eine provokante Äußerung: Josh Hokit griff eine Verschwörungserzählung über die frühere First Lady Michelle Obama auf und rief ins Publikum: „Michelle Obama ist ein Mann. Habe ich recht, Amerika?“

Inszenierung von Stärke

Die Kämpfer im Käfig verkörperten Kraft, Härte und Durchsetzungsvermögen – Eigenschaften, mit denen Trump sich gern identifiziert. Gerade deshalb passt die Veranstaltung auch politisch zu seinem öffentlichen Auftreten.

Bei seinem Amtsantritt im Januar des vergangenen Jahres war Trump der älteste Präsident, der in den USA jemals für das Amt vereidigt wurde. Seitdem wurde immer wieder über seinen Gesundheitszustand spekuliert. Auslöser waren unter anderem Blutergüsse an seinen Händen sowie Bilder, auf denen der Präsident bei öffentlichen Auftritten mit geschlossenen Augen zu sehen war. Immer wieder stand die Frage im Raum, ob Trump körperlich noch fit genug für das Amt sei.

Sein Leibarzt hatte ihm zuletzt dennoch eine weiterhin „exzellente Gesundheit“ bescheinigt. Mit 80 Jahren hat Trump daher ein offensichtliches Interesse daran, Zweifel an seiner Belastbarkeit zu zerstreuen.

Nächster Halt: G7-Gipfel

Unmittelbar nach dem bis tief in die Washingtoner Nacht dauernden Kampfabend wollte Trump zum G7-Gipfel der führenden Industrienationen im französischen Évian weiterreisen. Dort wird ihn statt jubelnder UFC-Fans die internationale Staatengemeinschaft erwarten. Spätestens dann dürften auch offene Fragen zur vorläufigen Übereinkunft mit dem Iran wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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