Israel

Waffenruhe gebrochen? Wieder Kämpfe im Libanon

Hisbollah blockt neue Waffenruhe mit Israel ab – sofort eskaliert die Lage wieder. Trump bleibt erstaunlich optimistisch.

05.06.2026, 03:50 Uhr

Kämpfe trotz erneuerter Waffenruhe

Ungeachtet der erneut vereinbarten Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon gehen die Gefechte zwischen der libanesischen Hisbollah und Israel weiter. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei verschiedenen Angriffen im Süden und Osten des Landes mindestens acht Menschen getötet. Zudem gab es demnach mehrere Verletzte, darunter auch Frauen und Kinder.

Auch auf israelischer Seite gab es erneut ein Todesopfer. Wie die israelische Armee mitteilte, wurde bei einem weiteren Angriff der vom Iran unterstützten Miliz auf im Süden des Libanons stationierte Soldaten ein Soldat getötet.

In der Nacht zum Donnerstag hatten sich Israel und der Libanon nach Angaben des US-Außenministeriums auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bislang kaum wirksamen Waffenruhe verständigt. Die Hisbollah wies die vereinbarten Bedingungen jedoch zurück, kurz darauf kam es erneut zu Angriffen der Miliz. Bereits am Donnerstagmorgen hatte es im Libanon Berichte über zahlreiche israelische Angriffe gegeben.

Die libanesische Regierung ist nach eigener Darstellung keine direkte Kriegspartei und verfügt nur begrenzt über Einfluss auf die Hisbollah. An den Gesprächen war die Miliz nicht beteiligt.

Als Reaktion auf den jüngsten Angriff meldete das israelische Militär Luftschläge gegen Infrastruktur der schiitischen Organisation. In der Nacht erklärte die Hisbollah zudem, erneut Raketen auf israelische Truppen im Südlibanon abgefeuert zu haben. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben war zunächst nicht möglich, eine Stellungnahme der israelischen Armee dazu lag vorerst nicht vor.

Hisbollah lehnt Bedingungen zur Waffenruhe ab

Hisbollah-Chef Naim Kassim stellte sich offen gegen die Absprache zwischen der libanesischen Regierung und Israel. US-Präsident Donald Trump sagte dagegen vor Reportern im Weißen Haus, die Hisbollah habe mit ihm gesprochen und den Vorschlag nicht zurückgewiesen. Er deutete an, dass aus seiner Sicht Bewegung in Richtung eines Endes der Kämpfe möglich sei. Es wäre, so Trump, gut, wenn der Libanon wieder mehr Frieden erleben könnte.

Kassim wandte sich jedoch besonders gegen Forderungen, seine vom Iran unterstützte Organisation zu entwaffnen. In einer im libanesischen Fernsehen verlesenen Erklärung hieß es, eine Waffenruhe, bei der die Hisbollah ihre Angriffe stoppe, während israelische Attacken weitergingen, komme einer „Kapitulation“ gleich. Das angekündigte Abkommen sei aus Sicht der Miliz ein Plan zur Zerstörung eines Teils des libanesischen Volkes und zur Unterwerfung des restlichen Teils.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärte laut der Zeitung Times of Israel am Donnerstag, die Armee werde ihre Einsätze im Libanon vorerst fortsetzen.

Vereinbarung sieht Entwaffnung und Rückzug der Hisbollah vor

Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel beendet und sich aus Gebieten südlich des Litani-Flusses zurückzieht. Der Fluss verläuft teils bis zu 30 Kilometer nördlich der Grenze zu Israel. Zudem sollen im Südlibanon Sicherheitszonen entstehen, in denen ausschließlich die regulären libanesischen Streitkräfte die Kontrolle übernehmen. Wie dies praktisch umgesetzt werden soll, bleibt allerdings offen.

Der Konflikt im Libanon spielt auch in den festgefahrenen Verhandlungen über ein Ende des Krieges zwischen den USA und dem Iran eine wichtige Rolle. Teheran, das die Hisbollah finanziell und militärisch unterstützt, betrachtet die Kämpfe im Libanon als Verstoß gegen die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen