Israel

Neue Entführung? Israel droht Gaza mit Räumung

Neue Entführung? Israels Verteidigungsminister droht Hamas mit extremen Folgen – und nennt ein drastisches Szenario.

22.09.2026, 12:47 Uhr

Israelischer Verteidigungsminister droht mit Evakuierung von Gaza-Stadt

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat für den Fall einer weiteren Entführung israelischer Staatsbürger in den Gazastreifen mit der vollständigen Räumung von Gaza-Stadt gedroht. Bei einer Gedenkveranstaltung für die im Jom-Kippur-Krieg 1973 gefallenen Soldaten erklärte er, es gebe Hinweise und Geheimdienstinformationen auf entsprechende Pläne. Nähere Angaben machte er nicht.

Katz richtete seine Warnung an die islamistische Hamas sowie an deren Unterstützer. Dabei nannte er ausdrücklich den Iran und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Sollte auch nur ein israelischer Soldat oder Zivilist verschleppt werden, werde ganz Gaza-Stadt mit ihren Wohnhäusern, sogenannten Terrortürmen und rund einer Million Einwohnern in den Süden evakuiert, sagte der Minister. Israel würde dann erneut ähnlich vorgehen wie bereits im Verlauf des Gaza-Kriegs.

Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete unterdessen, israelische Soldaten im Gazastreifen seien zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen worden. Hintergrund sei die Sorge, dass die Hamas auf eine Reihe gezielter Tötungen führender Mitglieder der Organisation reagieren könnte. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.

Krieg mit hohen Opferzahlen

Während des Massakers vom 7. Oktober 2023 verschleppten die Hamas und andere extremistische Gruppen mehr als 250 Menschen aus Israel in den Gazastreifen. Etwa zwei Drittel von ihnen kamen lebend zurück. Die übrigen Geiseln wurden getötet oder starben in der Gefangenschaft.

Der Angriff, bei dem in Israel rund 1.200 Menschen ums Leben kamen, war der Auslöser des Gaza-Kriegs. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seitdem im Gazastreifen mehr als 73.900 Palästinenser getötet. Die Behörde unterscheidet in ihren Zahlen nicht zwischen Zivilisten und bewaffneten Kämpfern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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