Berliner Olympia-Bewerbung sucht das Gespräch mit Elif Eralp
Nach den kritischen Äußerungen der Wahlsiegerin Elif Eralp bemühen sich die Verantwortlichen der Berliner Olympia-Bewerbung um einen direkten Austausch mit der Linken-Politikerin. Olympia-Koordinator Kaweh Niroomand sagte der Deutschen Presse-Agentur, wer Berlin zusammenführen wolle, sollte trotz klarer Haltung noch einmal das Gespräch mit den Verantwortlichen der Bewerbung suchen.
Eralp, die nach ihrem Erfolg bei der Wahl am Sonntag neue Regierende Bürgermeisterin werden könnte, lehnt Olympische Spiele in Berlin ab. Schon zuvor hatte sie das Bewerbungsverfahren und die damit verbundenen Kosten beanstandet. Einen Tag nach der Wahl erklärte die 45-Jährige, das Thema sei aus ihrer Sicht erledigt. Ihrer Meinung nach hätten sich die Berlinerinnen und Berliner mit ihrem Votum zugleich gegen Olympia ausgesprochen. Deshalb müssten sich auch jene fragen, die das Projekt nach Berlin bringen wollen, ob eine solche Bewerbung überhaupt noch Aussicht auf Erfolg habe.
Appell: Konzept noch einmal prüfen
Am Samstag fällt beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) die Entscheidung darüber, welche deutsche Bewerbung ins Rennen gehen soll. Neben Berlin bewerben sich auch München sowie die Region Rhein-Ruhr mit Köln.
20 Mitglieder des Berliner Kuratoriums für eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele haben sich in einem Schreiben an Eralp gewandt. In dem Gremium sind Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Sport, Gesellschaft und Religion versammelt. In dem Brief heißt es, nach dem Ende des Wahlkampfs müsse nun Raum sein, Argumente gegeneinander abzuwägen, einander zuzuhören und frühere Positionen anhand des inzwischen vorliegenden Konzepts erneut zu bewerten. Deshalb fordern die Unterzeichner Eralp auf, sich ausführlich mit „Berlin+“ und dem gemeinsam erarbeiteten Konzept zu befassen.
Das Kuratorium, dem auch der Linken-Politiker Dietmar Bartsch angehört, hofft noch vor der DOSB-Mitgliederversammlung in Baden-Baden auf ein persönliches Gespräch. Eine Entscheidung von solcher Bedeutung für die Hauptstadt dürfe nicht übereilt fallen, heißt es in dem Schreiben. Mit der Bewerbung biete sich für Berlin die Chance, wichtige Impulse für die langfristige Stadtentwicklung zu setzen und sich national wie international zu präsentieren. Olympische und Paralympische Spiele seien dabei nicht nur ein kurzfristiges Ereignis, sondern ein Vorhaben mit Wirkung für viele Jahre und besonders für die kommende Generation.
NOlympia-Bündnis wendet sich an den DOSB
Parallel dazu hat sich auch das Berliner NOlympia-Bündnis mit einem offenen Brief an den DOSB gewandt. Was genau darin steht, wollen die Gegner der Bewerbung am Donnerstag bei einer Pressekonferenz vorstellen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber