Israel

Berichte: Kommt jetzt die Hamas-Entwaffnung?

Geheimer Gaza-Deal? Hamas will Waffen unter Aufsicht stellen – verlangt dafür aber den vollständigen Abzug Israels.

30.07.2026, 14:50 Uhr

Bei den Verhandlungen in Kairo über eine Entwaffnung der Hamas im Gazastreifen hat es nach Angaben aus Hamas-Kreisen Fortschritte gegeben. In intensiven Gesprächen in der ägyptischen Hauptstadt sei bei einem 15-Punkte-Fahrplan in vielen Punkten weitgehende Einigkeit erreicht worden. Auch israelische Medien berichteten über entsprechende Entwicklungen.

Ein israelischer Regierungsvertreter dämpfte die Erwartungen jedoch. Demnach sieht Israel in dem derzeit diskutierten Plan noch keine ausreichende Grundlage für einen weitergehenden politischen Prozess.

Waffen unter Aufsicht einer Übergangsverwaltung

Nach Informationen aus Hamas-Kreisen stehen die Vermittler weiter mit Israel in Kontakt, um letzte offene Details zu klären. Die Hamas zeigt sich demnach bereit, ihre Waffen unter die Aufsicht einer palästinensischen Übergangsverwaltung und internationaler Vermittler zu stellen. Eine direkte Übergabe an Israel ist dabei weiterhin nicht vorgesehen.

Im Gegenzug verlangt die Organisation den vollständigen Rückzug israelischer Truppen aus dem Gazastreifen sowie ein Ende gezielter Tötungen in dem Palästinensergebiet.

Vorgesehen ist außerdem, dass die palästinensische Übergangsverwaltung die volle Verantwortung für die Rechte jener Beschäftigten im Gazastreifen übernimmt, die bislang Teil der Hamas-Verwaltung waren.

Israel pocht nach Angaben eines Regierungsvertreters dagegen auf eine vollständige Entwaffnung der Hamas. Dazu zählten aus israelischer Sicht auch der Abtransport sämtlicher Waffen aus dem Gazastreifen sowie eine komplette Entmilitarisierung des Küstengebiets als Voraussetzung für jeden weiteren politischen Prozess.

Der diskutierte 15-Punkte-Plan erfüllt diese Forderungen nach israelischer Auffassung bislang nicht ausreichend. Zudem werde es bis zur vollständigen Entwaffnung der Hamas und einer Entmilitarisierung des Gazastreifens keinen Abzug der israelischen Armee von der sogenannten „gelben Linie“ geben.

Zentraler Punkt in Trumps Friedensplan

Die Entwaffnung der Hamas ist ein zentraler Bestandteil des Friedensplans von US-Präsident Donald Trump, war bislang aber nicht umgesetzt worden. Die Hamas hatte eine Abgabe ihrer Waffen in der Vergangenheit stets abgelehnt.

Seit Oktober 2025 gilt im Gaza-Krieg zwar eine Waffenruhe, dennoch kommt es weiterhin immer wieder zu tödlichen Angriffen und Konfrontationen. Im Zuge des von Trump vermittelten Plans wurde zu Jahresbeginn zudem das international besetzte „Board of Peace“ geschaffen. Es soll den Wiederaufbau des Gazastreifens und die Ordnung nach dem Krieg überwachen.

Israel kontrolliert weiterhin mehr als die Hälfte des abgeriegelten und durch den Krieg schwer verwüsteten Küstenstreifens. Der Hamas gelang es seit Beginn der Waffenruhe jedoch, ihre Herrschaft in den von ihr weiter kontrollierten Gebieten wieder zu festigen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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