Philipp Hochmair schlüpft erneut in die Rolle des „Geier“ und gibt den exzentrischen Ex-Elitepolizisten damit bereits zum dritten Mal. Im goldglänzenden Jackett, mit schwarzem Hut und Cowboystiefeln verkörpert der österreichische Schauspieler wieder den unangepassten Lukas Geier, der zurückgezogen in einer Berghütte bei Bad Gastein lebt. Von dort zieht es ihn mal auf die Bühne, wo er seine Rockstar-Seite auslebt, mal mitten hinein in einen neuen Mordfall.
Rückkehr nach Bad Gastein
Mit „Der Geier: Blut und Zweifel“ geht es erneut in das düstere, oft nebelverhangene Bad Gastein. Der traditionsreiche Kurort mit seinen Hotels aus der Belle Époque liefert einmal mehr die atmosphärische Kulisse der Reihe. Drehbuchautor Timo Berndt entwickelt dort einen packenden Kriminalfall, auch wenn das Finale etwas konstruiert wirkt. Regisseur Florian Baxmeyer setzt die Geschichte stimmungsvoll in Szene.
Das ZDF zeigt den Film am Montag, 2. November, um 20.15 Uhr. Bereits ab Samstag, 24. Oktober, ist er im Streaming abrufbar.
Ein Außenseiter mit Verbindungen
Zu Geiers engsten Bezugspersonen zählt Lara Schnee (Patricia Aulitzky), die ein nobles Hotel in Bad Gastein führt. Sie ist für ihn Vertraute und hilft ihm auch praktisch aus, wenn in seiner abgelegenen Hütte wieder einmal etwas nicht funktioniert. Immer wieder wird gerade dieses Hotel zum Schauplatz der Verbrechen, in die Geier hineingezogen wird.
Lara bewegt sich souverän in der Welt internationaler und wohlhabender Gäste. Gerade deshalb fasziniert sie Geiers unberechenbare, leicht chaotische Art. Auch Kriminalinspektorin Franziska Conte (Julia Koch) fühlt sich auf gewisse Weise zu ihm hingezogen. Beide Beziehungen bleiben jedoch platonisch – was sie nicht davon abhält, Geier gelegentlich ins Leere laufen zu lassen.
So wird er gleich zu Beginn festgenommen: im Glitzersakko, mit Zigarre, verschmiertem Make-up und cooler Rockstar-Attitüde fährt er kurzerhand durch eine Polizeisperre. Dabei war Geier früher selbst Kriminalkommissar und kümmerte sich darum, Menschen im Zeugenschutz mit neuen Identitäten zu versorgen.
Eine Tote im Wald
Conte untersucht zu diesem Zeitpunkt bereits einen Mordfall: Im Wald wurde eine Frau mit einer Armbrust getötet. Schnell stellt sich heraus, dass das Opfer als Saisonkraft in Laras Hotel gearbeitet hat. Für Geier weckt die von Pfeilen getroffene Tote Erinnerungen an einen alten Fall.
Damals geriet Martin Kogler (Robert Stadlober) ins Visier. Er lebt heute unter neuer Identität in Bad Gastein und hat sich dort ein neues Leben aufgebaut. Früher war er Schönheitschirurg in Wiesbaden und verhalf einem russischen Mafia-Boss zu einem neuen Gesicht. Nachdem zwei Frauen, die an der Operation beteiligt waren, mit einer Armbrust ermordet wurden, kam Kogler ins Zeugenschutzprogramm – betreut von Geier.
Zweifel an der Vergangenheit
Auf der Suche nach Antworten wendet sich Geier an die ehemalige Verfassungsschutzpräsidentin Annemarie Papst. Jutta Speidel verleiht der Figur erneut eine angenehm kühle Präsenz. Ganz in Weiß und Hellblau gekleidet, wirkt sie ebenso distanziert wie kontrolliert.
Papst vertritt eine andere Theorie als Geier: Für sie ist der frühere Schönheitschirurg selbst der Täter. Kogler arbeitet inzwischen als Wanderführer und führt Touristen durch die malerische Landschaft rund um Bad Gastein, während seine Frau hochschwanger ist. Genau das bringt Geier ins Grübeln: Hat er damals einen folgenschweren Fehler gemacht? Und hat er womöglich dem falschen Mann zu einer neuen Identität verholfen?
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber