Zum Abschluss des zweitägigen CSU-Parteitags wird am Samstag Bundeskanzler Friedrich Merz in der Münchner Messe erwartet. Unter den Delegierten hält sich die Begeisterung für den Auftritt des CDU-Vorsitzenden jedoch in Grenzen. In der CSU wird seine bisherige Regierungsarbeit in Berlin von vielen als wenig erfolgreich bewertet. Entsprechend wächst die Sorge, gemeinsam mit der CDU politisch weiter an Boden zu verlieren. Für bessere Stimmung könnte Merz nach Ansicht von Parteikreisen sorgen, wenn er sich positiv zu einer möglichen Kandidatur von Ilse Aigner für das Amt der Bundespräsidentin äußert.
Seit Längerem beschäftigt die CSU die Frage, wen die Union im kommenden Jahr als Nachfolger oder Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier nominieren will. Wann sich Merz und CSU-Chef Markus Söder auf eine gemeinsame Personalie verständigen, ist bislang unklar. Allerdings wird damit gerechnet, dass es in den nächsten Wochen Bewegung in der Sache geben könnte.
Unabhängig von dieser offenen Personalentscheidung gibt es in der CSU vor allem Kritik am langsamen Tempo bei der Umsetzung geplanter Reformen. Zudem bemängeln viele, dass Merz bislang kein überzeugendes Konzept im Umgang mit dem wachsenden Druck von den politischen Rändern vorgelegt habe.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber