Das US-Militär hat Medienberichten zufolge erstmals seit Ende Juli wieder Ziele im Iran angegriffen. Nach Angaben von „Axios“ sowie der Sender Fox News und CBS News wurden auf der Insel Larak zwei iranische Raketenwerfer attackiert. Die Abschussvorrichtungen sollten demnach daran gehindert werden, weitere Seeminen in der Straße von Hormus zu verlegen.
Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf Anwohner gemeldet, im Bereich der Insel Larak sei eine Explosion zu hören gewesen.
US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran erst in dieser Woche erneut mit der Zerstörung aller Schiffe und Boote gedroht, die Seeminen in der strategisch wichtigen Meerenge ausbringen. Er sprach dabei von einer „Null-Toleranz-Politik“ gegen eine Verminung der Straße von Hormus. Ähnliche Drohungen hatte er bereits Mitte April ausgesprochen.
Zugleich erklärte Trump, das US-Militär habe ihn darüber informiert, dass sämtliche Minen aus der Straße von Hormus entfernt oder gesprengt worden seien. Schon Mitte August hatte er Ähnliches behauptet und dies mit der angeblich vollständigen Öffnung der Meerenge verbunden. Tatsächlich liegt der Schiffsverkehr dort aber weiterhin deutlich unter dem Niveau vor Kriegsbeginn.
Ende Juli hatte Trump die US-Angriffe auf den Iran zunächst ausgesetzt, um laufenden Gesprächen über die Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm mehr Zeit zu geben. Allerdings wurden schon zwei Tage später erneut US-Angriffe im Iran gemeldet. Anfang August sagte Trump dann weitere geplante Angriffe ab und verwies auf Bitten aus dem Iran und anderen Staaten der Region sowie auf angebliche „Umrisse einer Einigung“.
In den vergangenen Wochen war es im Konflikt militärisch wie diplomatisch vergleichsweise ruhig geblieben. Greifbare Fortschritte gab es jedoch nicht. Zwar betonte Trump bei öffentlichen Auftritten wiederholt, Teheran sei bezwungen und die Meerenge offen. Die weiter stark eingeschränkte Schifffahrt durch die Straße von Hormus spricht jedoch gegen diese Darstellung.
Zuletzt rief Trump zudem einen „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran aus. Das US-Finanzministerium verhängte zwar weitere Sanktionen gegen einzelne Personen und Unternehmen. Maßnahmen, die Irans Einnahmequellen spürbar und nachhaltig treffen würden, blieben bislang aber aus.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber