Neugebauer, Krause und Weber glänzen auch beim Istaf in Berlin
Beim Istaf im Berliner Olympiastadion haben mehrere deutsche Leichtathletik-Stars ihre starke Form aus der Europameisterschaft bestätigt. Zehnkämpfer Leo Neugebauer, Hindernis-Spezialistin Gesa Krause und Speerwerfer Julian Weber sicherten sich Siege vor großer Kulisse. Auch der in Berlin geborene Emil Agyekum durfte über 400 Meter Hürden einen umjubelten Heimerfolg feiern.
Neugebauer entscheidet speziellen Dreikampf für sich
Leo Neugebauer gewann einen ungewöhnlichen Dreikampf aus 100 Metern, Diskuswurf und 1.500 Metern. Vor dem abschließenden Lauf wurden die Punktestände in Zeitabstände umgerechnet, sodass das Rennen im Verfolgungsmodus ausgetragen wurde. Ausgerechnet in seiner normalerweise wenig geliebten 1.500-Meter-Disziplin verteidigte der 26-Jährige seine Führung und kam vor Amadeus Gräber und dem EM-Zweiten Niklas Kaul ins Ziel.
Besonders spannend wurde es im Diskuswurf: Nach zwei ungültigen Versuchen musste Neugebauer im letzten Durchgang liefern und schaffte das eindrucksvoll mit 58,54 Metern. Damit legte er den Grundstein für seinen Gesamtsieg. Nach dem Rennen zeigte er sich begeistert von der Stimmung im Stadion mit rund 41.000 Zuschauern.
Weber bleibt beim Istaf eine Klasse für sich
Julian Weber setzte seine beeindruckende Siegesserie in Berlin fort und blieb beim Istaf zum fünften Mal nacheinander ungeschlagen. Wie schon bei der EM gelang ihm der beste Wurf erst im sechsten und letzten Versuch. Mit 89,54 Metern übertraf er die Konkurrenz deutlich.

Auf Rang zwei landete der zweimalige Weltmeister Anderson Peters aus Grenada mit 83,32 Metern. Der deutsche Vizeeuropameister Nick Thumm wurde mit 83,10 Metern Vierter, knapp hinter dem US-Amerikaner Marc Minichello.
Weber genoss nach seinem Erfolg die besondere Atmosphäre in Berlin und verwies auf die wachsende Begeisterung für die Leichtathletik nach den starken deutschen EM-Auftritten.
Krause läuft Weltjahresbestzeit über 2.000 Meter
Gesa Krause überzeugte über eine für sie eher seltene Strecke. Die Europameisterin über 3.000 Meter Hindernis gewann die 2.000 Meter in 5:56,79 Minuten und stellte damit eine Weltjahresbestleistung auf. Hinter ihr kam Olivia Gürth, EM-Dritte, in 6:02,65 Minuten auf Platz zwei.
Agyekum feiert Heimsieg über 400 Meter Hürden
Emil Agyekum sorgte ebenfalls für Jubel im Olympiastadion. Der Vizeeuropameister gewann die 400 Meter Hürden in starken 48,18 Sekunden souverän vor Owe Fischer-Breiholz, der 49,03 Sekunden benötigte. Nach seinem zweiten Platz bei der EM hinter Karsten Warholm stand für den Berliner diesmal vor allem der Spaß und das Erlebnis vor heimischem Publikum im Vordergrund.
Chase Jackson mit historischem Rekordstoß
Auch international gab es in Berlin eine Top-Leistung zu bestaunen. Die US-Kugelstoßerin Chase Jackson kam auf 21,02 Meter und verbesserte damit nicht nur ihren amerikanischen Rekord um sieben Zentimeter, sondern auch den 42 Jahre alten Istaf-Rekord. Die bisherige Bestmarke von 20,98 Metern hatte seit 1984 Bestand.
Olympiasiegerin Yemisi Mabry spielte diesmal nur eine Nebenrolle und wurde mit 19,73 Metern Dritte. Im 100-Meter-Sprint belegte Gina Lückenkemper in 11,22 Sekunden den zweiten Platz hinter der Jamaikanerin Sabrina Dockery, die in 11,13 Sekunden gewann.
Für einige deutsche Stars war es der Saisonabschluss
Für mehrere deutsche Spitzenathletinnen und -athleten markierte das Istaf das Ende der Saison. Nicht dabei waren Weitsprung-Ass Malaika Mihambo sowie 200-Meter-Europameister Owen Ansah, der zuletzt auch wegen einer drohenden Sperre im Fokus stand. Beide mussten ihre Saison verletzungsbedingt vorzeitig beenden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber