Fußball

FC Bayern löst in Südkorea Fan-Hype aus

Bayern hebt nach dem Tegernsee-Trip nach Asien ab – und der Fan-Empfang am Flughafen lässt erahnen, was Neuer & Co. erwartet.

02.08.2026, 08:06 Uhr

Der FC Bayern München ist mit großem Fan-Andrang in seine Asienreise gestartet. Schon am Flughafen auf Jeju Island standen vor allem Manuel Neuer kreischende Anhänger mit Bayern-Trikots und Autogrammwünschen gegenüber. Auch am Mannschaftshotel ging das Werben um Unterschriften direkt weiter – besonders viel Aufmerksamkeit zog dabei Südkorea-Star Minjae Kim auf sich.

Viel Zeit zum Feiern bleibt den Münchnern auf der südlich von Südkorea gelegenen Insel allerdings nicht. Bereits am Mittwoch reist das Team weiter nach Hongkong.

„Wollen die Bundesliga vertreten“

Bei rund 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit ließ Trainer Vincent Kompany kurz nach dem gut elfeinhalbstündigen Flug schon die erste von insgesamt sechs Trainingseinheiten auf der Tour absolvieren. Nach den vier Vorbereitungstagen am Tegernsee soll in Fernost weiter an Fitness, Abstimmung und dem nächsten Angriff auf das Triple gearbeitet werden.

Präsident Herbert Hainer zeigte sich mit den ersten Eindrücken sehr zufrieden. Kompany habe die Bedingungen auf dem Trainingsgelände gelobt, bislang sei alles „1a“, sagte Hainer auf der Hotelterrasse.

Sportvorstand Max Eberl hob neben dem sportlichen Nutzen erneut die Außenwirkung hervor: Bayern wolle die Bundesliga international vertreten. Zugleich erhofft er sich von der gemeinsamen Zeit einen ähnlichen Effekt auf den Teamgeist wie bei der Club-WM. Die Asienreise sei für die Mannschaft nun „quasi die Audi-Sommertour, die wir spielen“.

Ein Neuzugang dabei, der andere trainiert in München

Während Neuzugang Ismael Saibari, der für rund 50 Millionen Euro von PSV Eindhoven kam, nach seiner Verletzung aus dem WM-Einsatz mit Marokko in München geblieben ist, gehört Nathaniel Brown zur Reisegruppe in Südkorea und Hongkong.

Für Gesprächsstoff sorgte auch der Charterflug: Die Maschine war diesmal blau-weiß gestreift statt in Bayern-Rot-Weiß unterwegs – sehr zur Verwunderung, teils auch zum Missfallen einiger Fans.

Sportlich stehen zwei Tests an: am Dienstag um 13.00 Uhr gegen Jeju SK FC und am Freitag um 14.00 Uhr in Hongkong gegen Europa-League-Sieger Aston Villa. Konrad Laimer, der nach seinem WM-Urlaub zurück ist, sagte, die Pause mit Familie und Freunden habe gutgetan – nun mache es wieder richtig Spaß, mit den Kollegen auf dem Platz zu stehen.

Der FC Bayern war bislang jeweils einmal in Südkorea und einmal in Hongkong zu Gast. Insgesamt ist Asien nun zum fünften Mal Ziel der Audi Summer Tour; fünf weitere Reisen führten die Münchner in diesem Rahmen in die USA.

„Mindestens ein normaler Marathon“

Vorstandschef Jan-Christian Dreesen betonte erneut den wirtschaftlichen Wert solcher Reisen. Es gehe darum, neue Märkte zu erschließen und in wichtigen Regionen breiter zu werden. Das sei kein kurzer Sprint, sondern „ein anstrengender, mindestens normaler Marathon“. Nach Angaben des Clubs unterhält Bayern dafür bereits Standorte in Shanghai, Bangkok und Seoul sowie ein Büro in New York.

Seit Längerem kritisieren die Münchner, dass zu wenige deutsche Clubs international auf Sommertour gehen. Marketing-Vorstand Rouven Kasper erneuerte den Appell, dass mehr Bundesligisten im Ausland Präsenz zeigen sollten. Erst dadurch könne ein Club in einem Land wirklich Fuß fassen, lokale Partner gewinnen und wirtschaftlich wachsen. Als Beispiele nannte der Kontext zuletzt Reisen von Leipzig nach Südafrika, Dortmund nach Tokio und einen geplanten USA-Trip des SC Paderborn im September.

Für viele Fans vor Ort ist es allerdings schade, dass Harry Kane und Michael Olise nach der Weltmeisterschaft noch Urlaub bekommen haben. Auch Dayot Upamecano steigt erst nach dem Asien-Trip wieder ins Training ein.

Kim als „Local Hero“

Mit Laimer sind auch die WM-Rückkehrer Josip Stanisic und Luis Díaz, der mit aufgehellten Haaren anreiste, zum Team gestoßen. In München arbeiten dagegen neben Saibari auch Serge Gnabry, Lennart Karl und Jamal Musiala weiter nach ihren Reha-Plänen.

Das Fehlen mehrerer Topspieler eröffnet zugleich sieben Nachwuchsspielern die Chance, sich zu empfehlen. Eberl verwies darauf, dass junge Talente auf dieser Reise die Möglichkeit bekommen, sich zu zeigen.

Dass die Bayern mit Minjae Kim einen südkoreanischen Nationalspieler im Kader haben, sorgt zusätzlich für enorme Aufmerksamkeit. Kasper bezeichnete den Innenverteidiger als „Local Hero“ – ihm müsse man vor Ort praktisch fünf zusätzliche Security-Mitarbeiter an die Seite stellen, damit er sich überhaupt frei bewegen könne.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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