Sport

Nach Tränen-Interview: Krause verteidigt Meyer

Nach Meyers Wut-Interview überrascht Gesa Krause jetzt mit einer Reaktion, mit der wohl kaum jemand gerechnet hat.

14.08.2026, 21:07 Uhr

Krause zeigt Verständnis für Meyers emotionale Reaktion

Europameisterin Gesa Krause hat auf das aufsehenerregende TV-Interview von Lea Meyer nach dem dramatischen Finale über 3.000 Meter Hindernis mit Verständnis reagiert. Einen Tag nach ihrem dritten EM-Triumph erklärte Krause, dass starke Gefühle im Leistungssport dazugehören. In Momenten voller Adrenalin, Enttäuschung und Wut sage man mitunter Dinge, die man später anders bewerten würde.

Die 34-Jährige betonte zudem, dass solche Situationen unter Athletinnen einzuordnen seien. Man könne sich danach weiterhin respektvoll begegnen und erneut gemeinsam an den Start gehen. Für Krause sind auch solche emotionalen Momente Teil des Sports.

Aufregung nach dem Hindernis-Finale

Meyer hatte sich direkt nach dem EM-Rennen in Birmingham frustriert geäußert. Die 28-Jährige war auf Rang vier gelandet, nachdem sie am letzten Wassergraben gestürzt war und dadurch eine scheinbar greifbare Medaille verlor. Im ZDF sagte sie, sie habe das Gefühl, die Medaille verdient zu haben.

Gold ging an Krause, Bronze sicherte sich Olivia Gürth und damit die zweite deutsche Medaille in diesem Finale. Meyer kommentierte außerdem die Rennweise von Krause, die sich über weite Strecken im Windschatten gehalten und ihre Stärke erst am Ende ausgespielt hatte.

Meyer entschuldigt sich später selbstkritisch

Noch in der Nacht meldete sich Meyer auf Instagram und räumte ein, dass Zeitpunkt und Formulierung ihrer Aussagen unangebracht gewesen seien. Sie bezeichnete ihre Worte als unpassend, unprofessionell und unsportlich. Als Konsequenz kündigte sie an, nach besonders emotionalen Rennen künftig eher auf Interviews direkt im Anschluss verzichten zu wollen.

Gleichzeitig stellte Meyer klar, dass sie Krause den Titel ausdrücklich gönne. Krause sei verdient Europameisterin geworden, schrieb sie, weil sie die beste Taktik gewählt und ihre Stärken optimal genutzt habe. Gerade bei Meisterschaften seien Renneinteilung und Cleverness oft entscheidend.

"Im entscheidenden Moment nicht gut genug"

In ihrem Beitrag zeigte sich Meyer deutlich selbstkritisch. Sie habe im entscheidenden Augenblick nicht die nötige Leistung gebracht, Fehler gemacht und mit ihrer eigenen Taktik daneben gelegen. Dafür trage sie allein die Verantwortung. Schon kurz nach dem Rennen hatte sie im Fernsehen gesagt, dass ihre Wut vor allem gegen sie selbst gerichtet sei und sie sich die Situation selbst eingebrockt habe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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