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Schon wieder Edelmetall: Gose schwimmt zu Silber!

Schon wieder Edelmetall für Isabel Gose! Doch das Beste könnte noch kommen – und auch Bronze bleibt in deutscher Hand.

14.08.2026, 20:21 Uhr

Das deutsche Schwimm-Team hat bei den Europameisterschaften in Paris den nächsten erfolgreichen Abend erlebt. Angelina Köhler und Isabel Gose holten Silber, Maya Werner sicherte sich Bronze. Damit wuchs das deutsche Medaillenkonto im Becken auf acht an – auch wenn nicht alle Chancen genutzt wurden.

Köhler jubelt über Silber und spricht offen über schwierige Zeit

Direkt zum Auftakt des Abends gewann Angelina Köhler über 100 Meter Schmetterling Silber. Die Berlinerin schlug nach 56,39 Sekunden an und lag damit 31 Hundertstelsekunden hinter der Belgierin Roos Vanotterdijk.

Köhler feierte ihren zweiten Platz anschließend wie einen Sieg: Noch im Wasser riss sie die Faust nach oben, umarmte die Siegerin und zeigte sich auch Minuten später überwältigt. Danach sprach die 25-Jährige von einem "absoluten Mega-Hammer" und freute sich besonders darüber, endlich wieder eine starke Zeit geschwommen zu sein.

Für Köhler ist es die erste Medaille bei einem internationalen Großereignis seit ihrem WM-Titel 2024. Nach enttäuschenden Auftritten bei den Olympischen Spielen in Paris und bei der WM in Singapur hatte sie nach eigenen Angaben vieles verändert. Sie stellte Training und Ernährung um und verzichtete verstärkt auf Süßigkeiten, Zucker und süße Getränke.

Zudem berichtete sie von mentalen Schwierigkeiten in den vergangenen Tagen. Sie habe intensiv an sich gearbeitet und sich vor dem Rennen selbst immer wieder bestärkt. Umso größer war nun die Erleichterung über den zweiten Platz.

Gose erneut nur von Quadarella geschlagen

Isabel Gose gewann über 1500 Meter Freistil in 15:49,31 Minuten die Silbermedaille. Wie schon über 800 Meter musste sich die Magdeburgerin nur Simona Quadarella geschlagen geben. Die Italienerin war auch diesmal klar die Schnellste und gewann mit etwas mehr als drei Sekunden Vorsprung.

Gose zeigte sich trotz des erneuten zweiten Platzes sehr zufrieden. Sie räumte ein, dass Quadarella in dieser und in der vergangenen Saison wohl noch etwas stärker gewesen sei, betonte aber zugleich, mit ihrer eigenen Leistung und ihrer Zeit sehr glücklich zu sein.

Bronze ging an Goses Vereinskollegin Maya Werner, die nach 15:52,50 Minuten anschlug. Damit ergab sich dieselbe Reihenfolge wie bereits im 800-Meter-Rennen. Nach dem Anschlag reckte Gose anerkennend beide Daumen in Richtung ihrer Teamkollegin. Werner sagte anschließend, sie könne ihren Erfolg noch kaum in Worte fassen.

Über weite Strecken durfte Gose auf eine Überraschung hoffen. Rund 800 Meter lang hielt sie das Rennen offen, ehe Quadarella das Tempo deutlich verschärfte und sich entscheidend absetzen konnte. Werner schwamm zunächst etwas zurückhaltender, löste sich dann aber klar vom restlichen Feld und sicherte sich ungefährdet Rang drei.

Für Gose ist es bereits die vierte Medaille dieser Europameisterschaften. Im Freiwasser hatte sie zuvor schon zwei Goldmedaillen im Knockout Sprint sowie mit der Mixed-Staffel gewonnen. Werner durfte sich derweil über ihr zweites Edelmetall in Paris freuen.

Märtens verpasst das Podium klar

Lukas Märtens blieb über 200 Meter Freistil hinter seinen Erwartungen zurück. Der Olympiasieger über 400 Meter schlug nach 1:45,58 Minuten als Siebter an. Gold gewann der rumänische Favorit David Popovici.

Märtens nahm seine Enttäuschung nach außen hin mit Humor. Er sagte, er wäre gern etwa zwei Sekunden schneller gewesen – was sogar zum Titel gereicht hätte. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er im Rennen mental nicht richtig in seinen Rhythmus gefunden habe. Sein Eindruck: Das Rennen sei gefühlt schon vorbei gewesen, ehe er wirklich im Wasser gewesen sei.

Eine neue Chance bietet sich ihm am Sonntag über 400 Meter Freistil.

Elendt ohne Medaille, deutsche Hoffnungen für Samstag

Anna Elendt verpasste über 200 Meter Brust das Edelmetall ebenfalls klar. Die Weltmeisterin über 100 Meter wurde in 2:23,81 Minuten Fünfte. Auf Bronze fehlten ihr fast eineinhalb Sekunden.

Am Samstag ruhen die deutschen Hoffnungen unter anderem auf Oliver Klemet und Johannes Liebmann. Klemet qualifizierte sich als Schnellster, Liebmann als Zweitschnellster der Vorläufe für das Finale über 1500 Meter Freistil. Außerdem erreichte Melvin Imoudu den Endlauf über 50 Meter Brust. Die Abendsession beginnt um 18.30 Uhr und wird im ZDF übertragen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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