Trump droht Iran nach neuen Huthi-Angriffen mit harter Reaktion
Nach Angriffen der Huthi-Miliz vor der Küste Jemens hat US-Präsident Donald Trump dem Iran für den Fall weiterer Attacken Vergeltung angedroht. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, die Huthi handelten als Stellvertreter Teherans. Sollte es erneut zu Angriffen kommen, würden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen. Trump kündigte dem Iran und den Huthi zugleich schwere militärische Konsequenzen an.
Huthi rufen Seeblockade gegen Saudi-Arabien aus
Die Huthi hatten bereits am Montag eine "Blockade" für den Schiffsverkehr mit Bezug zu Saudi-Arabien ausgerufen. Daraufhin änderte etwa ein halbes Dutzend Schiffe seinen Kurs, auch um die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab vor Jemens Küste zu meiden. Dort kann die vom Iran unterstützte schiitische Miliz mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern zuschlagen. Saudi-Arabien kündigte an, alle notwendigen Schritte zum Schutz seiner Schiffe zu ergreifen.
Angriff auf saudischen Tanker sorgt für Brand
In der Nacht zum Donnerstag wurde nach saudischen Angaben der Öltanker Encelia angegriffen. An Bord brach anschließend ein Feuer aus. Die Huthi meldeten nahezu zeitgleich über ihre Nachrichtenagentur Saba, sie hätten zwei saudische Öltanker attackiert. Diese hätten die von der Miliz im Roten Meer verhängte "Blockade" missachtet. Nach Darstellung der Huthi seien rund zehn Schiffe zur Umkehr gezwungen worden.
Schiffsverkehr lief trotz Attacken weiter
Trotz der Angriffe kam der Verkehr durch die Meerenge zunächst nicht vollständig zum Erliegen. Nach Daten des Anbieters Kpler passierten am Mittwoch 43 Schiffe Bab al-Mandab. Das entsprach einem Anstieg von rund 23 Prozent im Vergleich zum Vortag.
Unsicherheit über sichere Passage anderer Staaten
Weiter offen blieb, ob Schiffe ohne saudischen Bezug die Meerenge dauerhaft gefahrlos passieren können. Die Route durch Bab al-Mandab und das Rote Meer ist für den Welthandel von zentraler Bedeutung, weil sie den Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa verbindet. Durch die faktische Blockade der Straße von Hormus im Zuge des Iran-Kriegs hat diese Passage zusätzlich an Gewicht gewonnen.
Chinesischer Tanker durfte passieren
Wie das Fachmedium Lloyd’s List berichtete, erhielt ein chinesischer Öltanker die Erlaubnis zur Durchfahrt. Demnach könnten chinesische Tanker, die vom saudischen Hafen Janbu im Roten Meer zurückkehren, womöglich von Fall zu Fall mit der Miliz eine Passage aushandeln. Die EU-geführte Schutzmission Aspides warnte unterdessen Schiffe mit Verbindungen zu Israel, den USA oder Saudi-Arabien vor einer Durchfahrt.
Frühere Angriffe hatten Handel bereits massiv gestört
Schon seit 2023 hatten Huthi-Attacken in der Region den internationalen Warenverkehr schwer belastet. Die Miliz begründete dies damals mit Solidarität mit den Palästinensern im Gaza-Krieg. Im Frühjahr 2025 griff das US-Militär wiederholt Ziele im Jemen an, um die Angriffe auf die Schifffahrt zu stoppen. Erst nach Vermittlung Omans endete die damalige Konfrontation.
Oman bemüht sich erneut um Deeskalation
Der Oman warnte nun vor einer weiteren Zuspitzung der Lage. Nach eigenen Angaben arbeitet das Sultanat mit den Huthi, Saudi-Arabien und den Vereinten Nationen daran, die Spannungen abzubauen. Saudi-Arabien kämpft seit mehr als zehn Jahren gemeinsam mit der international anerkannten Regierung Jemens gegen die Miliz. Politische Lösungsversuche blieben bislang erfolglos, wobei Oman immer wieder als Vermittler auftrat.
Seit Monaten wird darüber spekuliert, ob die Huthi mit Unterstützung oder in Abstimmung mit ihrem wichtigsten Verbündeten Iran eine neue Angriffswelle gegen die Schifffahrt beginnen könnten. Die jüngste Eskalation begann vor rund anderthalb Wochen mit Luftangriffen auf die von den Huthi kontrollierte Hauptstadt Sanaa, als dort ein aus dem Iran kommendes Flugzeug landen sollte. Damit wurde eine seit rund vier Jahren informell geltende Waffenruhe im Jemen-Krieg abrupt beendet.
Ölpreis steigt wegen neuer Spannungen
Die wachsenden Spannungen im Jemen und der anhaltende Konflikt mit dem Iran trieben auch die Ölpreise weiter nach oben. Die Nordseesorte Brent stieg am Donnerstag auf 100 Dollar je Barrel mit 159 Litern. Zwischenzeitlich kostete ein Barrel 100,36 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit zwei Monaten. Gegenüber dem Vortag entsprach das einem Plus von 6,6 Prozent.
Gegenseitige Vorwürfe zwischen Washington und Teheran
Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran machen sich beide Seiten weiter gegenseitig Vorwürfe. US-Außenminister Marco Rubio sagte bei einem Aufenthalt in Manila, der Iran bitte Washington täglich auf direktem und indirektem Weg um eine Einigung. Das eigentliche Problem sei jedoch, dass Teheran Vereinbarungen immer wieder breche oder nachträglich verändern wolle. Deshalb werde der Iran weiter einen hohen Preis zahlen. Dieser steige von Nacht zu Nacht. Vielleicht werde Teheran in einigen Tagen zu einer Vereinbarung bereit sein, wenn es erkenne, dass der bisherige Kurs nicht zu seinem Vorteil sei.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi warf den USA im Staatsfernsehen dagegen ein unvernünftiges, forderndes und auf Dominanz ausgerichtetes Verhalten vor. Solange Washington nicht akzeptiere, dass nur Respekt gegenüber dem iranischen Volk und den nationalen Interessen des Landes Fortschritte ermögliche, gebe es keine Grundlage für eine Annäherung.
Zwölfte Nacht mit US-Angriffen im Iran
Zuvor hatten die USA in der zwölften Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen. Nach Militärangaben gehörten dazu Raketen- und Drohnenlager, Anlagen zur Küstenüberwachung sowie die iranische Flugabwehr. Seit Anfang des Monats hat sich der Krieg um die Kontrolle und Sicherheit der für den globalen Ölhandel zentralen Straße von Hormus erneut deutlich verschärft.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber