Wirtschaft

Was die Finanz-Initiative München jetzt plant

Stoibers alter Traum vom Finanzplatz München ist zurück – warum die fast vergessene Initiative jetzt plötzlich wieder angreift

08.10.2026, 17:03 Uhr

Ein lange kaum beachtetes Projekt aus der Stoiber-Zeit meldet sich zurück: Die Finanzplatz München Initiative (fpmi), die im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurde, hat sich neu als Verein organisiert. Künftig möchte sie München wieder stärker als bedeutenden Standort für die Finanzbranche positionieren. Das gab der neu gegründete Verein nach seiner Konstituierung bekannt. An der Spitze steht Stefan Müller, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern. Zugleich kündigte die Initiative an, ihre Arbeit spürbar auszuweiten.

Der alte Plan vom großen Finanzzentrum

Edmund Stoiber, der den Freistaat von 1993 bis 2007 als Ministerpräsident führte, hatte bereits zu Beginn seiner Amtszeit das Ziel formuliert, München zu einem international relevanten Finanzplatz auszubauen. Die passende Initiative dazu entstand allerdings erst einige Jahre später, nämlich 2000.

Damals setzte Stoiber unter anderem auf die Entwicklung der Hypovereinsbank, die 1998 durch eine Fusion entstanden war und zu einer Großbank mit internationalem Gewicht werden sollte. Auch die 2003 abgespaltene Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) verfolgte ehrgeizige Expansionspläne. Parallel wollte die Staatsregierung außerdem die BayernLB zu einem weltweit aktiven Geldhaus formen.

Viele Hoffnungen scheiterten

Die damaligen Ambitionen erfüllten sich jedoch nicht. Die Hypovereinsbank wurde bereits 2005 von der italienischen Unicredit übernommen. Die HRE geriet infolge der Finanzkrise in schwere Turbulenzen, wurde verstaatlicht und schließlich abgewickelt. Auch die BayernLB geriet nach dem Kauf der österreichischen Problembank Hypo Alpe Adria in eine langjährige Krise.

Eine eigenständige bayerische Großbank mit internationaler Bedeutung existiert heute nicht. Immerhin hat sich die BayernLB inzwischen wirtschaftlich stabilisiert. Große internationale Strahlkraft besitzt München in der Finanzwelt heute vor allem durch die beiden Versicherungskonzerne Allianz und Munich Re. Die Allianz gehört auch zu den Mitgliedern der Initiative.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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