Politik

Impf-Kehrtwende? WHO attackiert USA scharf

Scharfe WHO-Warnung gegen Trumps Kinderimpf-Kurs: Welche Folgen Experten fürchten – und warum sie Alarm schlagen.

12.08.2026, 19:12 Uhr

WHO kritisiert US-Kurs bei Kinderimpfungen deutlich

Die Weltgesundheitsorganisation zeigt sich alarmiert über die neue Kinderimpf-Strategie der US-Regierung. US-Präsident Donald Trump hatte per Dekret angeordnet, die Zahl der empfohlenen Impfungen zu senken. Zudem setzt er sich dafür ein, Kombinationsimpfstoffe auf mehrere Termine in Arztpraxen zu verteilen. Aus Sicht der WHO widerspricht dieses Vorgehen dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte in Genf, Entscheidungen in der Impfpolitik müssten auf einer soliden, unabhängigen und transparenten Auswertung der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse beruhen – nicht auf politischem Druck.

WHO verweist auf klare Datenlage

Nach Angaben der WHO ist die Studienlage eindeutig: Impfstoffe gelten als sicher. Das betreffe auch die MMR-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Einen Zusammenhang mit Autismus gebe es nicht, betonte Tedros. Trump hatte die Neuausrichtung seiner Politik erneut mit dem starken Anstieg von Autismus-Diagnosen verknüpft.

Fachleute der WHO hoben hervor, dass die kombinierte MMR-Impfung einen unkomplizierten Schutz für viele Kinder ermögliche. Würden die Impfungen auf mehrere Spritzen und zusätzliche Termine verteilt, steige der Aufwand für Familien. Dadurch wachse das Risiko, dass Kinder nicht alle notwendigen Teilimpfungen erhalten. Nach Einschätzung der Organisation könnte das Krankheits- und Sterberisiko erhöhen.

WHO-Chefwissenschaftlerin Kate O’Brien sagte dazu, die US-Politik bewege sich damit "genau in die falsche Richtung".

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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