Wirtschaft

Darum zahlen Autofahrer in Tschechien weniger

Sprit in Tschechien wird ab Oktober wieder gedeckelt, Diesel sogar billiger. Lohnt sich der Tanktrip über die Grenze jetzt noch mehr?

21.09.2026, 16:51 Uhr

Wegen der anhaltend hohen Energiepreise hat die tschechische Regierung neue Schritte beschlossen, um Autofahrer beim Tanken zu entlasten. Finanzministerin Alena Schillerova kündigte an, dass ab dem 1. Oktober erneut eine Preisobergrenze für Benzin und Diesel gelten soll. Die Höchstpreise sollen täglich angepasst werden. Zusätzlich will die Regierung die Verbrauchsteuer auf Diesel auf 8,011 Kronen pro Liter senken, was umgerechnet etwa 33 Cent entspricht. Damit würde der niedrigste nach EU-Vorgaben zulässige Satz erreicht.

Nach Angaben Schillerovas soll das Paket die Inflation spürbar dämpfen, Unternehmen und Privathaushalte entlasten und dafür sorgen, dass die Kraftstoffpreise in Tschechien weiterhin zu den günstigsten in der Europäischen Union zählen. Die Regelung ist zunächst auf einen Monat befristet, kann aber verlängert werden. Bereits von Anfang April bis Ende Juli hatte es eine ähnliche Preisbremse gegeben.

Regierung plant zusätzliche Abgabe für Raffinerien

Darüber hinaus plant die Regierung von Ministerpräsident Andrej Babis eine Sondersteuer auf Übergewinne von Raffinerien. Diese soll in den Jahren 2026 und 2027 erhoben werden und die Hälfte des Anstiegs der Bruttomargen gegenüber dem Jahr 2025 abschöpfen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das Kabinett bereits auf den Weg gebracht. Für dieses Jahr rechnet die Regierung mit Mehreinnahmen von umgerechnet rund 226 Millionen Euro.

Die beiden Raffinerien in Litvinov und Kralupy nad Vltavou gehören dem polnischen Energiekonzern Orlen.

Günstige Preise locken auch Fahrer aus Deutschland an

Weil Kraftstoffe in Tschechien vergleichsweise preiswert sind, nutzen auch viele Autofahrer aus dem deutschen Grenzraum die Gelegenheit zum Tanken jenseits der Grenze. Dabei müssen jedoch Vorschriften aus dem Zoll-, Steuer- und Gefahrgutrecht beachtet werden.

Das Land verfügt über ein enges Netz an Tankstellen. Zu den wichtigsten Anbietern zählen Orlen und das ungarische Unternehmen Mol. Der staatliche Betreiber Cepro ist außerdem mit 209 Stationen der Marke Eurooil sowie 75 Tankstellen unter dem Namen Robin Oil vertreten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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