Der Bund und mehrere Bundesländer haben ein gemeinsames Testnetz für Quantenkommunikation in Betrieb genommen. Ziel ist es, die sichere Verständigung zwischen Behörden, Unternehmen und Betreibern kritischer Infrastruktur angesichts wachsender Cyberbedrohungen zu stärken.
Beteiligt an dem Projekt sind Bayern, Berlin, Sachsen, Thüringen sowie der Bund. Die Regierungschefs der Länder waren bei der zentralen Veranstaltung in Berlin live zugeschaltet. Der Start des Netzes markiert den Schlusspunkt eines siebenjährigen Forschungsprogramms im Rahmen der QuNet-Initiative. An dem Vorhaben waren deutsche Forschungseinrichtungen beteiligt, gefördert vom Bundesforschungsministerium mit insgesamt 125 Millionen Euro.
Quantentechnik für abhörsichere Schlüssel
Im Kern geht es um eine neue Form der Datenverschlüsselung. Nach Angaben der QuNet-Initiative lassen sich mit Hilfe von Quantentechnologien Abhörversuche erkennen. Darauf aufbauend kann ein Schlüssel erzeugt werden, den ausschließlich Sender und Empfänger kennen. Der entscheidende Vorteil: Dieses Verfahren soll auch gegen künftige Attacken mit Quantencomputern widerstandsfähig sein.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) erklärte in Berlin, bisherige kryptografische Methoden stünden zunehmend unter Druck. Deshalb sei Quantenkommunikation ein wesentlicher Baustein für den Schutz digitaler Infrastrukturen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete die Netzarchitektur als große Chance für mehr Sicherheit und digitale Eigenständigkeit. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) sprach vom weltweit größten Quantenkommunikationsnetz in praktischer Anwendung.
Quanten gelten als kleinste, nicht weiter teilbare Einheiten, die physikalische Wechselwirkungen auslösen. Wegen ihrer besonderen Eigenschaften lassen sie sich in unterschiedlichen technologischen Bereichen nutzen – unter anderem für besonders sichere Kommunikation.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber