Nach der Knesset-Wahl: So geht es in Israel weiter
Nach der Parlamentswahl in Israel läuft die Auszählung der Stimmen für die 120 Sitze der Knesset weiter. Nach ersten Prognosen deutet vieles darauf hin, dass die rechtskonservative Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erneut stärkste Kraft wird. Mit einem vorläufigen Endergebnis wird am Donnerstag gerechnet.
Die nächsten Schritte im Überblick
- Bis 4. November 2026: Das offizielle Wahlergebnis muss spätestens acht Tage nach dem Urnengang veröffentlicht werden.
- Bis 10. November 2026: Das neu gewählte Parlament tritt erstmals zusammen.
- Bis 11. November 2026: Innerhalb einer Woche nach Bekanntgabe des Endergebnisses beauftragt Präsident Izchak Herzog einen Abgeordneten mit der Bildung einer Regierung. Üblicherweise erhält den Auftrag der Politiker mit den besten Aussichten auf eine Mehrheit. Als wahrscheinlich gelten Likud-Chef Benjamin Netanjahu oder Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot.
Fristen für die Regierungsbildung
Der erste Kandidat hat zunächst 28 Tage Zeit, um eine Koalition zu formen. Präsident Herzog kann diese Frist einmal um bis zu 14 Tage verlängern. Spätestens Mitte Dezember müsste dieser erste Anlauf abgeschlossen sein.
Kommt keine Regierung zustande, erhält ein zweiter Kandidat den Auftrag. Auch er hat 28 Tage Zeit, allerdings ohne Möglichkeit auf Verlängerung.
Wenn auch der zweite Versuch scheitert
Dann bleibt noch eine letzte Option: Mindestens 61 Abgeordnete können innerhalb von 21 Tagen gemeinsam einen Kandidaten benennen. Dieser hat anschließend 14 Tage Zeit, eine Regierung zu bilden.
Möglichkeit von Neuwahlen
Falls auch dieser dritte Schritt ohne Ergebnis bleibt, löst sich das Parlament automatisch auf. In diesem Fall müssten innerhalb von 90 Tagen Neuwahlen stattfinden, also voraussichtlich spätestens bis Mitte April 2027. Bis dahin würde Netanjahu geschäftsführend eine Übergangsregierung anführen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber