UNO, Weltstrafgericht und Berlin sehen Friedensnobelpreis für Pillay als starkes Signal
Die Vereinten Nationen werten die Verleihung des Friedensnobelpreises an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay als deutliches Zeichen im weltweiten Einsatz für Menschenrechte. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk sagte in Genf, die Ehrung sei besonders wichtig in einer Zeit, in der Menschenrechte an vielen Fronten unter Beschuss stünden – auch durch Akteure mit großer Macht.
Türk dankte seiner früheren Amtsvorgängerin zudem im Namen des UN-Menschenrechtsbüros. Pillay bleibe eine Inspiration für die Vereinten Nationen und für Millionen Menschen weltweit, erklärte der österreichische Diplomat.
Auch vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag kam Anerkennung. Gerichtspräsidentin Tomoko Akane bezeichnete den Preis als wichtige Würdigung der entscheidenden Rolle, die internationale Justiz als Eckpfeiler eines dauerhaften Friedens spiele. Gerade in einer Zeit, in der Institutionen des internationalen Rechts stark unter Druck stünden, habe die Auszeichnung besonderes Gewicht.
Pillay war von 2003 bis 2008 Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Vor allem die USA setzen das Gericht erheblich unter Druck und hatten Sanktionen gegen Richter und Ankläger verhängt.
Nach ihrer Zeit am Weltstrafgericht stand Pillay von 2008 bis 2014 als UN-Hochkommissarin für Menschenrechte an der Spitze des Amtes. Von 2021 bis 2025 leitete sie zudem die unabhängige internationale Untersuchungskommission der Vereinten Nationen zu den besetzten palästinensischen Gebieten.
Auch Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa würdigte Pillays Einsatz für Frieden, Menschenwürde und Gerechtigkeit. Sie habe der Menschheit mit großer Prinzipientreue und dem Glauben gedient, dass die Welt besser werden könne und solle, erklärte er.
Ramaphosa betonte zudem, die Auszeichnung erinnere daran, Menschen unabhängig von Herkunft und Lebensumständen Chancen zur Entfaltung und zur Teilhabe an der Gesellschaft zu geben. Pillay ist nach Albert Luthuli, Desmond Tutu, Nelson Mandela und Frederik Willem de Klerk die fünfte Persönlichkeit aus Südafrika, die den Friedensnobelpreis erhält.
Auch aus Deutschland kam Anerkennung. Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer sagte in Berlin, Pillay habe über Jahrzehnte mit großem persönlichem Einsatz und beeindruckender Beharrlichkeit für Menschenrechte, Gerechtigkeit und die Durchsetzung des Völkerrechts gekämpft. Ihr Lebenswerk verdiene höchste Anerkennung. Deutschland stehe fest zum Völkerrecht und zur internationalen Gerichtsbarkeit.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber