Politik

Fast jeder sieht im Netz diese Fake News

Wir erkennen Falschinfos oft – und teilen sie trotzdem. Warum Deepfakes unser Vertrauen jetzt endgültig erschüttern.

28.05.2026, 12:18 Uhr

Falschinformationen gehören für viele in Deutschland zum Alltag

Gezielt verbreitete falsche oder irreführende Informationen sind in Deutschland für die meisten Menschen längst alltäglich. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Untersuchung des Digitalverbands Bitkom hervor. Demnach sind 91 Prozent der Menschen hierzulande bereits auf Desinformation gestoßen.

Besonders problematisch ist dabei auch der Umgang vieler Nutzer mit solchen Inhalten: 51 Prozent geben an, schon Beiträge weitergeleitet zu haben, obwohl sie an deren Wahrheitsgehalt gezweifelt haben.

Vielen fällt die Einordnung schwer

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder warnte, Desinformation verfälsche öffentliche Debatten, schade der Demokratie und verunsichere viele Bürger erheblich. Laut Studie tun sich 63 Prozent der Befragten schwer damit, die Verlässlichkeit von Nachrichten im Internet richtig einzuschätzen.

Am häufigsten begegnen Menschen Falschmeldungen bei politisch besonders sensiblen Themen. 74 Prozent nannten die US-Politik, 63 Prozent Kriege und internationale Konflikte, 58 Prozent wirtschaftliche Fragen und Preisentwicklungen. Aber auch im privaten Umfeld tauchen irreführende Inhalte auf, etwa in Chatgruppen mit falschen Warnungen über angebliche Gefahren für Kinder oder Schulen.

Deepfakes verschärfen das Problem

Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz erreichen Täuschungen inzwischen eine neue Dimension. Sogenannte Deepfakes, also manipulierte Bilder, Videos oder Stimmen, sind 75 Prozent der Menschen in Deutschland bekannt. 61 Prozent sagen, sie seien solchen Fälschungen bereits begegnet, meist in Form von Videos oder Bildern.

Obwohl 89 Prozent diese Technologie als gefährlich ansehen, trauen sich nur 34 Prozent zu, Deepfakes zuverlässig zu erkennen.

Soziale Netzwerke als Hauptkanal

Vor allem soziale Medien gelten als zentrale Verbreitungsorte für Desinformation. 89 Prozent der Internetnutzer in Deutschland verwenden Plattformen wie Facebook, das mit 74 Prozent an der Spitze liegt, gefolgt von Instagram mit 59 Prozent und TikTok mit 30 Prozent. Für viele sind diese Angebote aus dem Alltag kaum noch wegzudenken: 64 Prozent können sich ein Leben ohne Social Media nicht mehr vorstellen.

Junge Menschen nutzen Social Media immer stärker für Nachrichten

Zugleich verändert sich die Rolle dieser Netzwerke. Besonders bei den unter 30-Jährigen sind soziale Plattformen und Messenger oft der erste Ort für aktuelle Informationen. 47 Prozent dieser Altersgruppe kommen dort zuerst mit Nachrichten in Berührung.

Für Nutzer wird die Einordnung jedoch schwieriger, weil im Feed klassische Medien, Beiträge von Freunden, Influencern, Unternehmenskommunikation und alternative Blogs direkt nebeneinander erscheinen. Jeder zweite Nutzer sagt deshalb, dass häufig unklar bleibt, von wem eine Nachricht ursprünglich stammt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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