Politik

Falklands: Milei stellt London Ultimatum im Öl-Streit

Falkland-Zoff eskaliert: Milei droht London mit dem Seegerichtshof – wegen eines umstrittenen Ölprojekts.

29.09.2026, 02:12 Uhr

Die Regierung in Buenos Aires hat Großbritannien ein Ultimatum von 14 Tagen gestellt, die laufenden Pläne zur Ölförderung in der Nähe der Falklandinseln zu stoppen. Sollte London daran festhalten, will Argentinien den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg einschalten. Präsident Javier Milei teilte dies in einer auf der Plattform X veröffentlichten Erklärung mit.

Auslöser ist das Projekt „Sea Lion“, das von einem britischen und einem israelischen Unternehmen vorangetrieben wird. Vorgesehen ist die Förderung von Offshore-Erdöl rund 220 Kilometer nördlich der Inselgruppe.

Milei wirft Großbritannien vor, die natürlichen Ressourcen der Falklandinseln einseitig und auf Grundlage britischer Lizenzen auszubeuten. Nach Ansicht der argentinischen Regierung verstößt dies gegen Resolutionen der Vereinten Nationen sowie gegen geltendes Völkerrecht. Argentinien werde seine Souveränitätsansprüche entschieden verteidigen, erklärte der Präsident.

Darüber hinaus kündigte Buenos Aires juristische Schritte gegen Thales UK Limited an. Das Unternehmen soll nach Angaben der Regierung unerlaubte Flüge zwischen Punta Arenas im Süden Chiles und den Falklandinseln organisiert haben. Demnach sei dafür ein in Großbritannien registriertes Flugzeug eingesetzt worden, ohne dass argentinische Behörden eine Genehmigung erteilt hätten.

London reagiert selbstbewusst

Mileis Stellungnahme folgt auf jüngste Aussagen des britischen Verteidigungsministers Wes Streeting. In einem Interview mit der Zeitung „The Sun“ sagte er, die Lage sei nicht mit dem Jahr 1982 vergleichbar. Argentinien sei heute nicht in der Lage, die Falklandinseln einzunehmen, Großbritannien hingegen sehr wohl imstande, sie zu verteidigen.

Falklands-Hauptort Stanley
Seit Jahrzehnten streiten sich Argentinien und Großbritannien um die Falklandinseln mit ihrem Hauptort Stanley. (Archivbild) Quelle: Falkland Islands Government/PA Media/dpa

Die Inselgruppe im Südatlantik, die in Argentinien als Malvinas bezeichnet wird, steht seit 1833 unter britischer Kontrolle und gilt als britisches Überseegebiet. Argentinien leitet seinen Anspruch aus der Nachfolge des einstigen spanischen Kolonialreichs ab.

1982 kam es wegen der Inseln zu einem Krieg zwischen beiden Staaten, bei dem Hunderte Menschen starben. Damals gelang es Großbritannien, die argentinischen Truppen von den Inseln zu verdrängen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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