Politik

Droht der Kanzlerwechsel noch vor Jahresende?

Noch halten die CDU-Ministerpräsidenten zu Merz. Doch nach den Wahlen könnte es für ihn plötzlich ganz schnell vorbei sein.

18.09.2026, 00:30 Uhr

Viele Deutsche zweifeln an Merz’ Verbleib im Kanzleramt

Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland geht davon aus, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) das Amt nicht bis zum Jahresende behalten wird. Das ergab eine Umfrage des Instituts YouGov unter 1.611 Erwachsenen. Demnach meinen 48 Prozent, dass der 70-Jährige zum Jahreswechsel nicht mehr Kanzler sein wird. 31 Prozent rechnen hingegen damit, dass der CDU-Chef über diesen Zeitpunkt hinaus im Amt bleibt. 21 Prozent äußerten sich nicht.

Nach dem schlechten Abschneiden der CDU bei der Wahl in Sachsen-Anhalt steht Merz in der eigenen Partei stark unter Druck. Seitdem wird intensiv darüber diskutiert, ob er sich politisch behaupten kann. Zwar haben die acht CDU-Ministerpräsidenten ihm zunächst Unterstützung signalisiert. Sollte die Partei jedoch auch bei den anstehenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin weitere Rückschläge erleiden, könnte sich die Lage bereits am Sonntag deutlich zuspitzen.

Weitere Landtagswahlen als Risiko

In Mecklenburg-Vorpommern liegt die CDU in Umfragen nur noch bei 6 bis 7 Prozent und muss sogar um den Einzug in den Landtag bangen. In Berlin zeichnet sich ein enges Rennen mit der Linken um den ersten Platz ab. Dort könnte die CDU zudem das Amt des Regierenden Bürgermeisters verlieren.

Merz selbst zeigt sich kämpferisch und will an seinem Amt festhalten. Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt hatte er vergangene Woche betont: „Aufgeben ist für mich keine Option.“

Auch die persönlichen Zustimmungswerte des Kanzlers haben sich seit seinem Amtsantritt massiv verschlechtert. Im ARD-Deutschlandtrend waren im Juni 2025, wenige Wochen nach seiner Vereidigung, noch 39 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden. Anfang September 2026 lag dieser Wert nur noch bei 13 Prozent. So schlecht schnitt bislang kein amtierender Bundeskanzler in dieser Erhebung ab.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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