Politik

Diese Namen kämpfen in MV um die Spitze

Wer erobert heute das Schweriner Schloss? Die wichtigsten Kandidaten – und was sie mit MV wirklich vorhaben.

20.09.2026, 06:00 Uhr

Die wichtigsten Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Manuela Schwesig (SPD)

Manuela Schwesig zieht für die SPD als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf. Die amtierende Ministerpräsidentin setzt dabei auf Bürgernähe und sucht den direkten Kontakt zu den Menschen. Die 52-Jährige kandidiert im Schweriner Stadtzentrum, wo sie auch lebt. Geboren wurde die ausgebildete Finanzwirtin in Frankfurt (Oder) in Brandenburg.

Ihre politische Karriere begann in der Kommunalpolitik. Es folgten Stationen als Sozialministerin in Mecklenburg-Vorpommern, als Bundesfamilienministerin und schließlich die Rückkehr an die Spitze des Landes. Seit 2017 steht Schwesig der Regierung vor, zunächst in einer Koalition mit der CDU, inzwischen mit den Linken. Sie gilt als durchsetzungsstark und setzt Schwerpunkte bei Familien- und Sozialthemen, wirtschaftlicher Entwicklung und ostdeutschen Interessen. Ein zentrales Vorhaben ihrer Amtszeit ist die beitragsfreie Kita.

Leif-Erik Holm und Enrico Schult (AfD)

Leif-Erik Holm will für die AfD das Amt des Ministerpräsidenten erobern und strebt sogar eine Alleinregierung seiner Partei an. Der gebürtige Schweriner und Landesvorsitzende tritt im Wahlkreis Schwerin direkt gegen Schwesig an. Über die Landesliste ist der studierte Volkswirt und Vater von vier Kindern nicht abgesichert.

Holm ist gelernter Elektromonteur und arbeitete viele Jahre als Radiomoderator, auch beim NDR. Sollte die AfD Regierungsverantwortung übernehmen, will der 56-Jährige nach eigenen Angaben den Rundfunkstaatsvertrag umgehend kündigen. Im Bundestag ist er wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion.

Wahlkampf Mecklenburg-Vorpommern - AfD
Co-Landeschefs Leif-Erik Holm ist AfD-Ministerpräsidentenkandidat. (Archivbild) Quelle: Markus Scholz/dpa

Auf Platz eins der AfD-Landesliste steht dagegen Enrico Schult. Der Co-Landeschef führt auch die Landtagsfraktion mit an. Der 47 Jahre alte Vermessungstechniker, zweifache Vater und gebürtige Demminer sitzt seit 2021 im Landtag. Dort profilierte er sich vor allem in der Bildungs- und Finanzpolitik. Die Migrationspolitik nimmt in seiner Argumentation einen zentralen Platz ein.

Simone Oldenburg (Linke)

Simone Oldenburg führt die Linke in den Wahlkampf. Die Bildungsministerin bringt ihre berufliche Erfahrung als Lehrerin und Schulleiterin mit. Die 57-Jährige aus Wismar engagierte sich zunächst in der Kommunalpolitik, wechselte 2011 in den Landtag und machte sich dort vor allem als Bildungspolitikerin einen Namen.

In der aktuellen rot-roten Landesregierung ist Oldenburg zudem stellvertretende Ministerpräsidentin. Inhaltlich steht sie neben Bildungsfragen für klar linke und antifaschistische Positionen. Die Linke wirbt im Wahlkampf mit dem Motto „Wir treten nach oben“. Bereits 2021 war Oldenburg Spitzenkandidatin ihrer Partei.

Daniel Peters (CDU)

Daniel Peters geht für die CDU als Spitzenkandidat ins Rennen. Mit Auftritten unter anderem mit Fischbrötchen wirbt der Rostocker für einen Kurs der politischen Mitte. Der Politikwissenschaftler arbeitete früher für den langjährigen CDU-Politiker Eckhardt Rehberg und führt heute die CDU-Fraktion im Schweriner Landtag an.

Der 45-Jährige hält nach der Wahl auch eine Minderheitsregierung für denkbar, falls keine Mehrheit zustande kommt. Eine Zusammenarbeit mit AfD oder Linken schließt der CDU-Landeschef jedoch aus.

Claudia Müller (Grüne)

Claudia Müller ist Spitzenkandidatin der Grünen. Zwar gehört sie dem Bundestag an, politisch verwurzelt ist sie aber im Nordosten. Die gebürtige Rostockerin studierte Baltic Management in Stralsund und sammelte auch berufliche Erfahrungen im Tourismus. In der früheren Ampel-Regierung war die 45-jährige Betriebswirtin, Mutter von zwei Kindern und frühere Landeschefin der Grünen Koordinatorin der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus.

Nach parteiinternen Streitigkeiten wurde Müller Anfang des Jahres bei der Neuaufstellung der Landesliste auf Platz eins gewählt. In Umfragen liegen die Grünen derzeit bei etwa fünf Prozent. Ob der Einzug in den Landtag gelingt, ist offen. Sollte er gelingen, könnte die Partei für eine Regierungsbildung wichtig werden.

Jessica Mendle und Jakob Schirmer (FDP)

Die FDP tritt mit einem Spitzenduo an: Jakob Schirmer auf Listenplatz eins und Jessica Mendle auf Platz zwei. Beide sind 44 Jahre alt. Präsentiert werden sie mit dem Slogan „Du willst was reißen? Wir auch.“ Der Wiedereinzug der Liberalen in den Landtag erscheint nach aktuellen Einschätzungen allerdings schwierig.

Bei der Wahl 2021 war die FDP mit fünf Abgeordneten ins Parlament eingezogen, verlor jedoch später durch Übertritt und Austritt den Fraktionsstatus und bildet seitdem nur noch eine Gruppe. Mendle ist Krankenschwester und selbstständige Unternehmerin. Schirmer lebt in Heringsdorf, ist Jurist und Hochschullehrer. Er fordert einen schlanken Staat und setzt sich zugleich für wirtschaftliche Stärke und einen modernen Rechtsstaat ein.

Peter Schabbel und Sabine Firnhaber (BSW)

Auch das BSW setzt auf eine Doppelspitze. Peter Schabbel und Sabine Firnhaber sollen die erst 2024 gegründete Partei in den Landtag führen. Schabbel, Landeschef des BSW, stammt aus Berlin und arbeitet selbstständig als Heilpraktiker und Osteopath. Zudem ist er ausgebildeter Fachkrankenpfleger und Rettungsassistent. Gesundheitspolitik gehört daher zu den wichtigsten Themen des 59-Jährigen.

Sabine Firnhaber, Landwirtin und Unternehmerin, steht auf Listenplatz zwei. Politisch bekannt wurde die 49-Jährige als Mitorganisatorin von Bauernprotesten. 2020 wurde sie zur Vizepräsidentin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Im laufenden Wahlkampf lässt sie dieses Amt ruhen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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