Joachim Herrmann will mit 70 noch nicht ans Aufhören denken
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der am Montag 70 Jahre alt wird, sieht derzeit keinen Anlass, sich aus der Politik zurückzuziehen. Ob er bei der nächsten Landtagswahl in Bayern erneut kandidieren wird, möchte der CSU-Politiker jedoch erst im Sommer 2027 in aller Ruhe entscheiden, wie er der Deutschen Presse-Agentur in München sagte. Im kommenden Jahr ist Herrmann dann seit zwei Jahrzehnten Innenminister des Freistaats.
Trotz seiner langen Zeit im Amt betonte Herrmann, er halte sich nicht für unersetzlich. Über seine politische Zukunft wolle er deshalb auch nicht allein befinden. Dabei spiele die Einschätzung von Ministerpräsident Markus Söder ebenso eine wichtige Rolle wie die Haltung des CSU-Bezirksverbands Mittelfranken und die Meinung seiner Familie.
Herrmann sieht weiter großen Handlungsbedarf bei der Sicherheit
Inhaltlich gebe es aus seiner Sicht noch zahlreiche Aufgaben. Er zeigte sich zufrieden darüber, dass beim Thema Sicherheit viel erreicht worden sei und dies auch in Umfragen von den Bürgerinnen und Bürgern anerkannt werde. Zugleich verwies er darauf, dass sich neue Herausforderungen ergeben hätten, die vor zehn Jahren kaum absehbar gewesen seien. Als Beispiele nannte er Cyberkriminalität, Drohnen sowie die "Umtriebe der AfD".
Seinen runden Geburtstag will Herrmann jedenfalls nicht nutzen, um kürzerzutreten. Nach einem Frühstück mit seiner Frau stehen für ihn zunächst eine Kabinettssitzung und danach die Klausur der CSU-Landtagsfraktion in Kloster Banz auf dem Programm. Zwar genieße er auch freie Sonntage mit seiner Familie und könne gut einmal ohne Termine auskommen. Insgesamt mache ihm die Arbeit aber nach wie vor große Freude.
Dankbarkeit für Gesundheit, Familie und demokratische Stabilität
Besondere Geburtstagswünsche habe er nicht, sagte Herrmann. Er sei vor allem dankbar, diesen Tag gesund erleben zu können. Ebenso dankbar sei er für seine Familie, seine drei Kinder und inzwischen drei Enkelkinder. Sein Wunsch sei, dass dies noch lange so bleibe.
Für die Politik hofft Herrmann, dass es gemeinsam mit anderen demokratischen Parteien gelingt, die Demokratie zu stärken und dauerhaft zu sichern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber