Politik

CSU-Fraktionschef pocht auf Leihmutter-Verbot

Spahn ist dank Leihmutter Vater – jetzt prallt privates Glück auf ein heikles CDU/CSU-Tabu. Warum die CSU dennoch gratuliert

17.07.2026, 12:43 Uhr

CSU hält am Verbot der Leihmutterschaft fest

Die CSU hält unverändert am Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland fest. Der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion in Bayern, Klaus Holetschek, sagte in München der Deutschen Presse-Agentur, daran werde die Partei nicht rütteln. Für die CSU gehe es um die Glaubwürdigkeit ihrer Politik und um ihr grundlegendes Werteverständnis.

Zugleich betonte Holetschek, dass er die private Entscheidung von Jens Spahn und dessen Ehemann Daniel Funke respektiere. Dem Paar gratulierte er zur Geburt des gemeinsamen Sohnes Georg. Politisch bleibe die Linie der CSU jedoch eindeutig: Was in Deutschland verboten sei, solle auch verboten bleiben.

Spahn und Funke hatten am Mittwoch öffentlich gemacht, dass sie Eltern geworden sind. Das Baby wurde von einer Leihmutter in den USA ausgetragen. Die Nachricht hat auch innerhalb der CDU eine kontroverse Debatte ausgelöst, weil Leihmutterschaft in Deutschland nicht zulässig ist und die Partei bislang klar gegen eine Legalisierung auftritt.

Rückendeckung bekam die CSU-Linie auch von der Vorsitzenden der Frauen-Union in Bayern und bayerischen Sozialministerin Ulrike Scharf. Sie sagte dem Radiosender Antenne Bayern, Leihmutterschaft sei eine der komplexesten ethischen Fragen unserer Zeit. Aus ihrer Sicht gebe es an der aktuellen Rechtslage nichts zu ändern.

Scharf betonte, für sie stünden der Schutz von Frauen vor Ausbeutung und das Kindeswohl an erster Stelle. Menschenwürde dürfe nicht gefährdet und soziale Notlagen dürften nicht ausgenutzt werden. Finanzielle Möglichkeiten dürften nicht über moralische Grundsätze gestellt werden, mahnte sie.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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