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Prozess: Wurde junge Rumänin zur Prostitution gezwungen?

Ihre Flucht in eine Tankstelle rettete sie: Eine 19-Jährige soll monatelang misshandelt und zur Prostitution gezwungen worden sein.

17.07.2026, 11:52 Uhr

Prozess wegen mutmaßlicher Zwangsprostitution in Nürnberg-Fürth

Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth steht ein Mann, dem vorgeworfen wird, eine 19 Jahre alte Frau aus Rumänien in Deutschland mit massiver Gewalt zur Prostitution gezwungen zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll die junge Frau täglich im Schnitt mit acht Freiern Sex gegen Geld haben müssen. Das eingenommene Geld habe sie vollständig an den Angeklagten abgeben sollen. Ein weiterer Mann ist wegen Beihilfe mitangeklagt.

Laut Anklage wurde die 19-Jährige eingeschüchtert und misshandelt, um ihren Widerstand zu brechen. Demnach sei sie bedroht, geschlagen, getreten, bespuckt und an den Haaren gezogen worden. Außerdem soll ihr angedroht worden sein, ihr die Beine zu brechen. Auch Gewalt gegen Kinder in Rumänien, die sie kenne, sei als Drohmittel eingesetzt worden.

Erst angeworben, dann mit Gewalt gezwungen

Nach Darstellung der Ermittler sei die Frau zunächst dazu gebracht worden, in Deutschland und Österreich als Prostituierte zu arbeiten. An der Vorbereitung sollen mehrere Angehörige und Personen aus dem Umfeld des Hauptangeklagten beteiligt gewesen sein.

Als die junge Frau sich jedoch geweigert habe, in der Rotlichtszene tätig zu sein, sei sie mit Gewalt dazu gezwungen worden. Die Staatsanwaltschaft wertet den Fall als besonders schwere Zwangsprostitution.

Flucht in eine Tankstelle

Nach Monaten der Qual gelang der Frau laut Anklage schließlich die Flucht. Sie soll sich in eine Tankstelle gerettet und dort in einer Toilette eingeschlossen haben. Die alarmierte Polizei nahm den Angeklagten fest, als er nach der Frau suchte.

Für das Verfahren hat die 1. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth sechs Verhandlungstage vorgesehen. Ein Urteil könnte am 21. August fallen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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