Politik

Blutbad auf Markt: Fast 50 Tote in Myanmar

Schon wieder trifft Myanmars Militär Zivilisten: Kampfjets zerfetzen Markt und Brücke – Dutzende sterben.

29.09.2026, 05:55 Uhr

Mindestens 49 Tote nach Luftangriff in Myanmars Bundesstaat Rakhine

Bei einem schweren Luftangriff der myanmarischen Armee auf einen Markt und eine Brücke im westlichen Bundesstaat Rakhine sind nach Berichten von Augenzeugen und lokalen Medien mindestens 49 Menschen ums Leben gekommen. Zudem sollen fast 60 weitere Personen verletzt worden sein, viele davon schwer. Der Angriff ereignete sich am Montagmittag in der Stadt Kyauktaw.

Nach Angaben des Senders DVB TV sowie der ethnischen Rebellengruppe Arakan Army bombardierte ein Kampfflugzeug das Gebiet rund um den sogenannten India Market sowie die nahe gelegene Kassapanadi-Brücke. Ein Einwohner der Stadt, der 33-jährige Kyaw Moe, sagte, das Flugzeug habe insgesamt drei Bomben abgeworfen.

Der Markt hat für die Region eine zentrale Bedeutung als Handelsplatz. Wegen des Bürgerkriegs und der vom Militär verhängten Einschränkungen wichtiger Verkehrs- und Handelswege ist Rakhine weitgehend vom Rest des Landes abgeschnitten. Viele Bewohner sind nach eigenen Angaben deshalb auf Versorgungsrouten über die Nachbarländer angewiesen.

Vorwürfe gegen das Militär

Kyauktaw steht unter der Kontrolle der Arakan Army (AA), einer bewaffneten ethnischen Organisation, die für mehr Selbstbestimmung in Rakhine kämpft. Eine Stellungnahme der Militärführung zu dem Angriff lag zunächst nicht vor.

Menschenrechtsorganisationen werfen den Streitkräften seit Langem vor, wiederholt zivile Einrichtungen ins Visier zu nehmen, die keinen direkten militärischen Zweck erfüllen. Dazu zählen nach ihren Angaben Schulen, Krankenhäuser, Märkte und Wohnviertel.

Konflikt in Myanmar
Kampfflugzeuge hatten die Stadt Kyauktaw attackiert. Quelle: Uncredited/Wai Hun Aung/AP/dpa

Land seit dem Putsch in der Krise

Myanmar steckt seit dem Militärputsch im Jahr 2021 in einer tiefen Krise. Die Absetzung der gewählten Regierung unter Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi löste damals landesweite Proteste und einen andauernden bewaffneten Konflikt aus. Seitdem wird das Land von Gewalt, wirtschaftlichem Verfall und dem Widerstand gegen die Junta geprägt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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