Politik

Bericht: Flydubai-Copilot war wohl ein Sicherheitsrisiko

Attacke im Flydubai-Cockpit: Neue US-Enthüllungen zum mutmaßlichen Täter werfen brisante Fragen auf.

03.10.2026, 00:54 Uhr

Der Copilot, der auf einem Flydubai-Flug nach Tel Aviv den Piloten angegriffen und verletzt haben soll, ist US-Medienberichten zufolge schon vor dem Vorfall bei seinem früheren Arbeitgeber im Oman als Sicherheitsrisiko eingestuft und schließlich entlassen worden.

ABC News berichtet unter Berufung auf hochrangige Vertreter aus Geheimdiensten und Strafverfolgung, der Mann sei bei Oman Air suspendiert worden, nachdem er als mögliches Sicherheitsrisiko aufgefallen war.

Nach Informationen des Senders wurde 2024 extremistisches Material bei dem Mann entdeckt, als er dort als Copilot in Ausbildung beschäftigt war. Fliegen durfte er demnach nicht mehr, soll aber zunächst weiter in einer Verwaltungsfunktion gearbeitet haben. CNN berichtet unter Verweis auf ähnliche Informationen in dieselbe Richtung.

Frühere Hinweise auf radikale Ansichten

Auch das Wall Street Journal schreibt unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Personen, dass gegen den Mann aus Oman bereits zuvor ein Flugverbot verhängt worden sei. Hintergrund seien Befürchtungen gewesen, er vertrete radikale ideologische Positionen.

Laut ABC News untersuchen die Behörden nun, warum er später dennoch für Flydubai eingesetzt werden konnte. Der festgenommene Copilot, der inzwischen in die Vereinigten Arabischen Emirate gebracht wurde, soll demnach mit den Ermittlern kooperieren. Nach Angaben des Senders habe er angedeutet, die Maschine in Israel abstürzen lassen zu wollen.

Ermittler prüfen auch Online-Spuren

CNN berichtet zudem über ein LinkedIn-Profil, das unter dem Namen des mutmaßlichen Angreifers existiert haben soll und inzwischen gelöscht worden sei. Dort seien Stunden nach der Tat zwei Beiträge veröffentlicht worden. Unklar ist laut dem Sender, wer diese Posts verfasst hat und ob sie möglicherweise im Voraus geplant waren. In einem der Beiträge soll ein Video enthalten gewesen sein, das unter anderem mit einem Foto des früheren Al-Kaida-Chefs Ayman al-Zawahiri endet.

Israel spricht von dschihadistischem Terror

Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch auf einem Flug der emiratischen Airline von Dubai nach Tel Aviv. Dort soll der Copilot seinen Kollegen im Cockpit angegriffen haben. Trotz schwerer Verletzungen gelang es dem Piloten nach eigenen Angaben, die Cockpit-Tür zu öffnen. Mehrere Passagiere drangen daraufhin ins Cockpit ein und überwältigten den Angreifer.

Die Behörden in den Emiraten haben Ermittlungen aufgenommen. Motiv und genaue Absichten des Verdächtigen sind bislang weiter nicht abschließend geklärt. Die israelische Regierung wertet den Vorfall jedoch bereits als dschihadistischen Terroranschlag. Auch ein hochrangiger Regierungsvertreter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bezeichnete die Tat zuletzt als Terrorismus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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