Politik

Asylplan schockt Dorf: Schluss mit britisch?

Asylstreit eskaliert: Ein Dorf in England stimmt in einem spektakulären Referendum gegen eine Mega-Unterkunft ab.

16.09.2026, 10:06 Uhr

Ein kleines Dorf in England hat aus Protest gegen geplante Unterkünfte für Asylsuchende symbolisch seine Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich gefordert. Nach übereinstimmenden Berichten britischer Medien sprach sich bei einem rechtlich unverbindlichen Referendum die klare Mehrheit der gut 350 Einwohnerinnen und Einwohner von Piddington dafür aus.

Hintergrund sind Pläne der britischen Regierung, das frühere Militärgelände im nahen Bicester für zehn Jahre als Unterkunft für Asylsuchende zu nutzen. Vorgesehen ist dort eine maximale Belegung von etwa 1.250 Personen.

Bei der Abstimmung am Dienstag war auch Rupert Lowe im Ort präsent, der Vorsitzende der weit rechts stehenden Partei Restore Britain. Er trat im Dorf in mehreren Interviews auf. Lowe war 2024 für die rechtspopulistische Reform UK ins britische Parlament eingezogen, verließ die Partei jedoch später nach Auseinandersetzungen mit Parteichef Nigel Farage. Seither sitzt er als fraktionsloser Abgeordneter im Unterhaus. Restore Britain wird politisch noch weiter rechts eingeordnet als Reform UK.

Migration bleibt politisch umkämpft

Das Thema Migration spielt in Großbritannien seit Jahren eine wichtige Rolle im Wahlkampf. Vor allem Reform UK konnte mit Forderungen nach einem deutlich härteren Kurs an Unterstützung gewinnen. Die von der Regierung veröffentlichten Zahlen zeigen jedoch keinen weiteren Anstieg der Einwanderung. Stattdessen ging die Nettozuwanderung im vergangenen Jahr spürbar zurück.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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