Politik

Aigner: Jetzt müssen die Parteichefs entscheiden

Söder trommelt für Aigner – doch wer wirklich über die Bundespräsidenten-Kandidatur entscheidet, bleibt überraschend offen.

23.10.2026, 19:54 Uhr

Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) hat die deutliche Unterstützung aus ihrer Partei für eine mögliche Kandidatur als Bundespräsidentin mit Freude aufgenommen, bleibt in der Frage aber weiterhin vorsichtig. Am Rande des CSU-Parteitags sagte sie am Abend, die Reaktionen hätten sie sehr bewegt und seien nach mehr als vier Jahrzehnten Engagement für die CSU auch eine besondere Anerkennung. Zugleich stellte sie klar, dass nicht der Parteitag über eine solche Personalie entscheide, sondern die Parteivorsitzenden.

Zuvor hatte CSU-Chef Markus Söder in seiner Rede erneut für Aigner geworben. Zwar falle die Entscheidung über das höchste Staatsamt nicht auf dem Parteitag, sagte er, dennoch wäre Aigner aus seiner Sicht eine hervorragende Wahl. Seine Worte lösten starken Beifall unter den Delegierten aus. Aigner, die in der ersten Reihe saß, erhob sich daraufhin und grüßte die Anwesenden. Söder kündigte später an, seine Unterstützung am Samstag noch einmal zu bekräftigen, wenn Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als Gast beim Parteitag auftritt.

Söder stärkt Aigner den Rücken

Innerhalb der CSU gilt Aigner schon seit längerer Zeit als mögliche Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. Söder hatte sie erstmals Ende April in einem Interview mit dem Münchner Merkur öffentlich ins Spiel gebracht. Damals erklärte er, die Union werde nach dem Sommer einen Vorschlag vorlegen; sollte Aigner Interesse haben, könne sie mit seiner vollen Rückendeckung rechnen. Diese Linie hat er seitdem mehrfach in weiteren Interviews bekräftigt.

Aigner selbst reagierte auf entsprechende Nachfragen bislang stets zurückhaltend und verwies meist darauf, dass sich die Frage derzeit nicht konkret stelle.

Wie die CDU-Spitze zu einer möglichen Kandidatur Aigners steht, ist bisher offen. Kurz vor dem CSU-Parteitag wurde aus Parteikreisen jedoch signalisiert, dass die Entscheidung noch nicht gefallen sei. Demnach hält die CDU weiterhin daran fest, selbst eine Bewerberin oder einen Bewerber aus den eigenen Reihen nominieren zu können. Friedrich Merz hat sich öffentlich bislang nicht dazu geäußert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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