Beim Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist der schlimmste Punkt nach Einschätzung des Roten Kreuzes noch nicht erreicht. Bruno Michon von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), der in Bunia im Einsatz ist, sagte in Genf, der Höhepunkt liege noch vor ihnen und nicht hinter ihnen. Nach seiner Einschätzung könnte es bis zu einem Jahr dauern, bis der Ausbruch beendet ist.
Deutschland kündigte zudem zusätzliche Hilfe in Höhe von 13 Millionen Euro an. Wie Entwicklungsministerin Alabali Radovan (SPD) mitteilte, sollen davon neun Millionen Euro direkt an die Demokratische Republik Kongo und an lokale Organisationen gehen. Weitere vier Millionen Euro sind für die Weltgesundheitsorganisation vorgesehen.
Michon sprach von einer tiefen Vertrauenskrise, die den Kampf gegen das Virus erheblich erschwere. Noch immer glaubten viele Menschen, Ebola sei erfunden worden, um mehr Geld aus dem Ausland zu bekommen. Andere betrachteten Beerdigungen unter strengen Schutzvorkehrungen als Angriff auf kulturelle und traditionelle Rituale – obwohl diese Maßnahmen die Familien schützen sollen. Hinzu kommt, dass das Virus auch von Leichen übertragen werden kann.
Neue Art von Leichensäcken
Das Rote Kreuz, das die Beerdigungen organisiert, habe auf diese Bedenken reagiert. Inzwischen werden Leichensäcke mit einem durchsichtigen Plastikfenster verwendet, damit Angehörige das Gesicht des Verstorbenen noch einmal sehen können.
Michon betonte, dass Vertrauen nicht von heute auf morgen entstehe. Dafür brauche es Ehrlichkeit, Geduld und Bescheidenheit. In einer solchen Epidemie sei das jedoch keine Nebensache, sondern lebensrettend.
Nach Angaben der kongolesischen Gesundheitsbehörden wurden inzwischen mehr als 780 bestätigte Ebola-Fälle im Labor nachgewiesen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion