Die AfD hat ihren Vorsprung in der aktuellen YouGov-Sonntagsfrage weiter vergrößert. In der Erhebung kommt die Partei auf 29 Prozent und legt damit im Vergleich zum Vormonat um einen Punkt zu. Die Union verliert dagegen zwei Punkte und fällt auf 20 Prozent. Nach Angaben von YouGov ist das ihr schwächster Wert seit September 2021. Der Abstand zwischen beiden Parteien beträgt damit inzwischen neun Prozentpunkte und ist laut Institut historisch groß.
Auf dem dritten Platz folgen die Grünen mit 14 Prozent, was einem Zuwachs von einem Punkt entspricht. Dahinter liegen SPD und Linke gleichauf bei jeweils 12 Prozent. Während die SPD im Vergleich zum Mai einen Punkt einbüßt, gewinnt die Linke einen hinzu. Für die Sozialdemokraten ist es laut YouGov der bislang niedrigste Wert in dieser Sonntagsfrage.
Die FDP verbessert sich ebenfalls um einen Punkt und erreicht nun 5 Prozent. Das BSW bleibt mit 4 Prozent weiterhin unter der Fünf-Prozent-Marke. Die übrigen Parteien kommen zusammen auf 5 Prozent.
Für die Umfrage befragte YouGov von Freitag bis Montag insgesamt 2.154 Personen. Davon machten 1.793 Befragte Angaben zu ihrer Wahlabsicht. Nach Angaben des Instituts ist die Online-Erhebung repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland.
Auch andere Umfragen sehen die AfD vorne
Nicht nur bei YouGov liegt die AfD derzeit an erster Stelle. Auch andere Institute sehen die Partei zuletzt klar vor der Union. In den Erhebungen von Insa erreicht die AfD seit mehreren Wochen 29 Prozent, während die Union dort zuletzt auf 22 Prozent kam. In einer vor einer Woche veröffentlichten Forsa-Umfrage für RTL/ntv lag die AfD bei 27 Prozent, die Union ebenfalls bei 22 Prozent. Etwas knapper fiel der Abstand im ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen vom 5. Juni aus: Dort wurden 27 Prozent für die AfD und 25 Prozent für die Union gemessen.
Umfragen sind keine Wahlprognosen
Meinungsumfragen sind grundsätzlich mit Unsicherheiten verbunden. Sinkende Bindungen an Parteien und zunehmend kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren es den Instituten, die erhobenen Daten zu gewichten. YouGov beziffert die statistische Fehlertoleranz auf plus/minus 1,01 Prozentpunkte bei einem Wert von 5 Prozent sowie auf plus/minus 2,31 Punkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent.
Zudem gilt: Solche Umfragen zeigen nur ein Stimmungsbild zum Zeitpunkt der Befragung und erlauben keine sichere Vorhersage des tatsächlichen Wahlergebnisses. Die nächste reguläre Bundestagswahl ist für 2029 vorgesehen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion