Brandenburg

Tesla vor Wende? Experte warnt: nur Strohfeuer

E-Auto-Prämien und steigende Spritpreise spielen Tesla derzeit kräftig in die Karten. Doch wie lange hält der Boom noch an? Branchenexperte Dudenhöffer wagt eine spannende Prognose.

25.04.2026, 06:00 Uhr

Tesla plant mehr Personal in Grünheide – Experte zweifelt an dauerhaftem Aufschwung

Tesla rechnet für sein Werk in Grünheide bei Berlin mit einer positiven Entwicklung und will auf die zuletzt gestiegene Nachfrage reagieren. Der US-Elektroautobauer kündigte an, rund 1.000 zusätzliche Beschäftigte einzustellen und die Produktion um etwa 20 Prozent zu erhöhen. Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer bewertet den Aufwärtstrend jedoch zurückhaltend und spricht eher von einem vorübergehenden Effekt.

Nach Einschätzung Dudenhöffers hat Tesla in den vergangenen Monaten vor allem von einem Rabattprogramm profitiert. Für das Model Y habe es einen Preisnachlass von 3.000 Euro gegeben, sagte er. Dieser Bonus sei allerdings zeitlich begrenzt. Zudem ist er der Ansicht, dass Tesla die Modelle 3 und Y lediglich überarbeitet habe – auch wenn der Konzern das anders darstellt.

Zweifel am langfristigen Ausbau

Dudenhöffer sieht mehrere Gründe für die aktuelle Nachfragebelebung: gute Lieferfähigkeit, Preisnachlässe und ein wachsendes Interesse an Elektroautos infolge des Iran-Kriegs. Aus seiner Sicht dürfte dieser Effekt aber nicht von Dauer sein. Er geht daher eher davon aus, dass Tesla vorerst mit Leiharbeitskräften auf die bessere Lage reagiert. Einen nachhaltigen Ausbau des Standorts hält er für unsicher.

Tesla selbst verweist auf deutlich bessere Zulassungszahlen in den belieferten Märkten. Werksleiter André Thierig sagte, deshalb werde die Zahl der Beschäftigten spürbar erhöht. Bis Ende Juni sollen 1.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazukommen. Außerdem ist geplant, bis Jahresende 500 Leiharbeitskräfte in feste Arbeitsverhältnisse zu übernehmen.

Deutlich mehr Neuzulassungen

Auch in Deutschland zeigt sich der Aufwärtstrend bei den Neuzulassungen. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts wurden von Januar bis März 2025 insgesamt 4.935 neue Tesla-Fahrzeuge registriert. Im gleichen Zeitraum 2026 waren es 12.829 – also mehr als zweieinhalbmal so viele.

Als Ursachen für den Nachfrageschub nennt Thierig staatliche Förderung für Elektroautos, höhere Kraftstoffpreise und das Produkt selbst. Deshalb soll auch die Fertigung hochgefahren werden. Nach seinen Worten ist die Fabrik mit derzeit 5.000 Fahrzeugen pro Woche noch längst nicht voll ausgelastet. Selbst bei 6.000 Einheiten pro Woche sei die Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht.

Das entspräche einer Steigerung der Jahresproduktion von 250.000 auf 300.000 Fahrzeuge. Tesla-Chef Elon Musk verfolgt darüber hinaus deutlich größere Pläne für Grünheide. In einer ersten Ausbaustufe hatte das Unternehmen 500.000 Autos jährlich angepeilt, langfristig sogar bis zu eine Million Fahrzeuge pro Jahr. Kurzfristig gehe es jedoch zunächst darum, die vorhandenen Kapazitäten so gut wie möglich zu nutzen, machte Thierig deutlich.

Kritik an dem Standort kommt weiterhin von Umweltschützern. Sie sehen die Fabrik unter anderem deshalb problematisch, weil Teile des Geländes in einem Wasserschutzgebiet liegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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