Berlin

RB-Post entfacht Sexismus-Wirbel: Union bremst die Empörung

Ein umstrittener RB-Post löst im Netz Sexismus-Vorwürfe aus – doch Union Berlin bewertet die Szene offenbar völlig anders. Was der Mediendirektor vor dem Bundesliga-Duell in Leipzig dazu sagt, überrascht.

24.04.2026, 20:43 Uhr

Union Berlin mahnt nach Debatte um RB-Post zur Gelassenheit

Nach Kritik in sozialen Netzwerken an einem Beitrag von RB Leipzig über Union Berlins Cheftrainerin Marie-Louise Eta hat Union zu mehr Ruhe in der Bewertung aufgerufen. Unions Kommunikations-Geschäftsführer Christian Arbeit sagte vor dem Bundesligaspiel in Leipzig bei Sky, man habe den Vorgang nicht übermäßig problematisch gefunden. Wörtlich machte er deutlich, man solle in der Diskussion auch einmal "die Kirche im Dorf lassen".

Auslöser war ein Schlagabtausch beider Clubs auf X. Union hatte Stadionhinweise für das Auswärtsspiel in Leipzig mit dem spöttischen Zusatz versehen, an der Stadt selbst liege es nicht, sie sei schließlich ganz schön. RB Leipzig reagierte darauf mit Fotos von Eta zusammen mit RB-Profis und dem früheren Trainer Marco Rose. Dazu schrieben die Sachsen: "Eure Cheftrainerin fand nicht nur die Stadt ganz schön …". Daraufhin warfen einige Nutzer dem Club Sexismus vor.

RB Leipzig widersprach dieser Darstellung entschieden. Der Verein erklärte, für Sexismus sei bei RB "kein Millimeter Platz". Zugleich verwies der Club darauf, dass Eta 2022 bei RB hospitiert und ihre Zeit dort später selbst in einer Bilder-Collage in den sozialen Medien festgehalten habe. Genau diese Collage aus dem Januar 2023 sei erneut veröffentlicht worden.

Union: Beitrag nicht als Respektlosigkeit gewertet

Christian Arbeit betonte zudem, dass die betreffenden Bilder ursprünglich von Eta selbst gepostet worden seien. Wenn Männer und Frauen zusammenarbeiteten, seien gemeinsame Fotos schließlich nichts Ungewöhnliches. Außerdem gehöre ein gewisses Maß an gegenseitiger Stichelei auf Social Media im Fußball dazu, besonders vor direkten Duellen.

Nach seiner Einschätzung war der Leipziger Beitrag keine Missachtung. Er sagte, er habe den Post "ehrlicherweise nicht als Missachtung verstanden". In den vergangenen Tagen habe es in Kommentarspalten deutlich problematischere Äußerungen und Themen gegeben.

Eta ist nach dem Aus von Steffen Baumgart zur ersten Cheftrainerin der Bundesliga geworden. Ihr erstes Spiel in dieser Rolle verlor Union Berlin zuhause gegen den VfL Wolfsburg.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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