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Schmitz wagt das TV-Experiment: Zündet die Schwarm-Show?

Kann ein einziger Schnellsprecher wirklich 200 Menschen ausstechen? Genau das will RTL jetzt auf dem «Wer wird Millionär?»-Sendeplatz zeigen – mit Ralf Schmitz und einem neuen Quiz, bei dem einer gegen die Masse antritt.

25.04.2026, 06:00 Uhr

Montagabend um 20.15 Uhr bei RTL gilt seit Jahren als festes Terrain von Günther Jauch. Mit "Wer wird Millionär?" prägt der 69-Jährige diesen Sendeplatz seit langer Zeit. Doch an diesem Montag, dem 27. April um 20.15 Uhr, erwartet das Publikum eine andere Tonlage: Ralf Schmitz übernimmt das Ruder.

Mit "Die Weisheit der Vielen – Die Show des skurrilen Wissens" setzt RTL vorübergehend auf ein neues Format im bekannten Quiz-Slot. Das Konzept: Ein Kandidat misst sich mit einem 200-köpfigen Publikum. Gefragt sind Schätzungen zu kuriosen Alltagsfragen, etwa zum jährlichen Toilettenpapierverbrauch pro Person. Der Clou dabei: Der Einzelne muss genauer liegen als die geballte Meinung der Masse.

Kuriose Antworten als Steilvorlage

Wie die Sendung letztlich wirkt, hängt vor allem von Moderator Ralf Schmitz ab. Der Entertainer machte im Gespräch mit der dpa deutlich, dass ihm eine rein sachliche Moderation zu langweilig wäre. Stattdessen greift er lieber skurrile oder völlig danebenliegende Antworten aus dem Publikum auf.

So berichtet Schmitz von einer Kandidatin, deren Schätzung bei einer Aufzeichnung derart weit vom richtigen Wert entfernt lag, dass sogar die Skala erweitert werden musste, um ihre Antwort überhaupt darstellen zu können. Genau solche Situationen seien für ihn besonders reizvoll, denn hinter jeder Schätzung stecke nicht nur eine Zahl, sondern oft auch eine persönliche Geschichte.

Ralf Schmitz setzt auf Tempo, Improvisation und seinen typischen schnellen Humor.

Der gebürtige Leverkusener ist für sein schnelles Reaktionsvermögen bekannt. Schon in der Impro-Comedy "Schillerstraße" zeigte er sein Talent für spontane Einfälle. Auch als Moderator machte ihn sein temporeicher Stil bekannt – etwa bei "Take Me Out", wo er zahlreiche flirtfreudige Singles unterhaltsam durch die Show führte.

Wieder bei RTL

Für RTL ist Schmitz kein Neuling, sondern eher ein bekanntes Gesicht mit zwischenzeitlichem Abstecher. Über Jahre gehörte er fest zum Sender, bevor er 2020 einen mehrjährigen Exklusivvertrag mit Sat.1 unterschrieb. Nun ist er zurück.

Den Begriff einer klassischen Rückkehr sieht Schmitz jedoch eher gelassen. Für ihn stehe heute vor allem der Inhalt eines Formats im Vordergrund. Entscheidend sei, ob ihn eine Sendung wirklich interessiere.

Dass seine neue Show nun ausgerechnet auf dem angestammten "Wer wird Millionär?"-Sendeplatz läuft, empfindet er als besondere Auszeichnung. Zugleich betont er, dass das Publikum an diesem Abend traditionell eine bestimmte Art von Unterhaltung erwarte.

Menschlichkeit im Quizformat

Trotz aller Unterschiede zwischen den beiden Shows erkennt Schmitz auch Gemeinsamkeiten. Er verweist auf das menschliche Element, das Günther Jauch bei "Wer wird Millionär?" so erfolgreich mache. Genau dieses Herzstück sieht er auch in seinem neuen Format: Im Mittelpunkt stünden nicht nur Zahlen und Antworten, sondern vor allem die Menschen dahinter.

Zunächst drei Ausgaben geplant

Gefragt danach, ob er eher auf das eigene Bauchgefühl oder auf Ratschläge anderer setzt, gibt sich Schmitz ausgewogen. Aus seiner Sicht liegt die richtige Entscheidung meist in der Mischung: Nur auf die Intuition zu hören, könne täuschen, weil dabei auch Ängste oder übertriebene Euphorie eine Rolle spielten. Gleichzeitig sei es hilfreich, verschiedene Meinungen einzuholen und daraus das Passende für sich mitzunehmen. Am Ende müsse man dennoch den eigenen Weg gehen.

Ein Prinzip, das wohl auch für die Zukunft der neuen RTL-Show gilt. Vorerst sind drei Folgen geplant. Ob daraus mehr wird, ist derzeit offen – und lässt sich im Sinne des Formats vorerst nur schätzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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