Schleswig-Holstein

Schockfund in Preetz: Kleinkind tot

Schock in Preetz: Ein totes Kleinkind wurde gefunden – vieles deutet auf das vermisste dreijährige Mädchen hin.

06.08.2026, 10:10 Uhr

Die Polizei hat am Donnerstagvormittag in Preetz bei Kiel ein totes Kleinkind entdeckt. Nach Angaben der Ermittler spricht mit großer Wahrscheinlichkeit alles dafür, dass es sich um das seit Mittwochmittag vermisste dreijährige Mädchen handelt.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde das Kind in einer poolähnlichen Anlage gefunden. Diese soll sich auf dem Grundstück der Eltern befinden, die ihr Kind zuvor als vermisst gemeldet hatten. Eine Polizeisprecherin wollte sich dazu am Nachmittag jedoch nicht offiziell äußern.

Bei einer Pressekonferenz in Kiel sagte Polizeisprecherin Stephanie Lage, Auffindesituation, Fundort und die gesamten Umstände deuteten klar auf das vermisste Kind hin.

Derzeit keine Hinweise auf Fremdverschulden

Nach jetzigem Stand schließen die Ermittler ein Fremdverschulden aus. Auch von einer Straftat geht die Polizei derzeit nicht aus. Dennoch wurde ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, um die Gesamtumstände vollständig aufzuklären.

Außerdem soll der gefundene Leichnam obduziert werden. Damit soll nicht nur die Todesursache geklärt, sondern auch zweifelsfrei bestätigt werden, dass es sich tatsächlich um das vermisste Mädchen handelt. Mit einem Ergebnis rechnet die Polizei bislang bis Freitag.

Große Suchaktion seit Mittwoch

Bei dem vermissten Kind handelt es sich um ein dreijähriges autistisches Mädchen. Nach Polizeiangaben war es zudem seh- und höreingeschränkt. Die Eltern hatten ihr Kind am Mittwochmittag als vermisst gemeldet.

Daraufhin suchten zahlreiche Kräfte von Polizei und Feuerwehr sowie Anwohner bis in die frühen Morgenstunden nach dem Mädchen – zunächst ohne Erfolg. Auch ein Hubschrauber und Drohnen kamen zum Einsatz.

Ab 7 Uhr wurde die Suche mit Kräften der Polizeidirektion Kiel und der Bereitschaftspolizei aus Eutin fortgesetzt. Gegen 9.30 Uhr fanden Einsatzkräfte dann das tote Kind. Zur genauen Zahl der Beteiligten machte die Polizei keine Angaben. Beteiligt waren neben verfügbaren Polizeikräften auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Preetz und Klausdorf sowie eine Diensthundestaffel aus Eutin.

Was Autismus bedeutet

Autismus ist eine komplexe neurologische Entwicklungsstörung. Betroffene Menschen haben häufig Schwierigkeiten, soziale und emotionale Signale richtig einzuordnen oder selbst passend auszudrücken.

Merkmale eines frühkindlichen Autismus zeigen sich oft bereits vor dem dritten Lebensjahr. Kinder aus dem Autismus-Spektrum vermeiden mitunter Blick- oder Körperkontakt, können zugleich aber in einzelnen Bereichen besondere Stärken haben.

Nach Schätzungen von Fachverbänden betrifft frühkindlicher Autismus etwa 1,3 bis 2,2 von 1.000 Menschen. Das gesamte Autismus-Spektrum wird auf etwa 6 bis 7 von 1.000 Menschen geschätzt.

Erinnerungen an den Fall Arian

Die Suche in Preetz weckte Erinnerungen an den Fall des sechsjährigen Arian aus Bremervörde in Niedersachsen. Der Junge war im April 2024 aus seinem Zuhause verschwunden. Zeitweise suchten bis zu 1.200 Helfer nach ihm – in Dörfern, auf Wiesen, in Wäldern und auch an einem Fluss.

Damals kamen unter anderem Hunde, Pferde, Hubschrauber, Drohnen, Wildkameras, Boote, Tauchausrüstung und sogar ein Tornado-Aufklärungsflugzeug zum Einsatz.

Auch dieser Fall endete tragisch: Im Juni 2024 fand ein Landwirt beim Mähen einer Wiese in Estorf im Landkreis Stade die Leiche des Jungen. Hinweise auf ein Fremdverschulden gab es damals ebenfalls nicht.

Viele Vermisstenfälle in Deutschland

Nach Angaben des Bundeskriminalamts wurden im vergangenen Jahr bundesweit 108.900 Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet. Fast 98 Prozent von ihnen kehren laut BKA wohlbehalten in ihr soziales Umfeld zurück.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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