Schleswig-Holstein

Aufnäher weg: Jetzt gibt Wacken den Fehler zu

Wacken trotzt Hitze und Wirbel um Politik-Botschaften – warum die Jubiläumsausgabe trotzdem alle überraschte.

01.08.2026, 18:29 Uhr

Das Wacken Open Air hat Fehler beim Umgang mit politischen Aussagen von Besucherinnen und Besuchern eingeräumt. Veranstaltungsleiter Daniel Schlatter erklärte, bei der Einweisung des Sicherheitspersonals habe es Unstimmigkeiten gegeben. Dass einzelnen Festivalgästen Aufnäher abgenommen worden seien, sei nicht korrekt gewesen, habe aber stattgefunden. Deshalb seien bei den Ordnungsdiensten Änderungen vorgenommen worden, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen. Festivalmitgründer Thomas Jensen unterstrich, Wacken stehe für Völkerverständigung.

Zuvor hatten sich in sozialen Medien Beschwerden gehäuft. Dort berichteten Besucher, Sicherheitspersonal habe sie angewiesen, etwa linkspolitische Botschaften von ihrer Kleidung zu entfernen.

Organisatoren, Polizei und Rettungskräfte ziehen positive Zwischenbilanz

Vor den letzten Auftritten am Abend äußerten sich Festivalleitung, Polizei und Rettungsdienste insgesamt zufrieden mit dem Verlauf der Jubiläumsausgabe. Das 35. Wacken Open Air in Schleswig-Holstein begann am Mittwoch, war mit 85.000 Metal-Fans erneut ausverkauft und endet in der Nacht auf Sonntag.

Jensen sagte, mit einem derart gelungenen Verlauf habe er nicht unbedingt gerechnet. Das Wetter habe gut mitgespielt, zudem habe es außergewöhnlich starke Konzerte gegeben.

Obwohl die Temperaturen zeitweise deutlich über 30 Grad lagen, mussten laut Rettungsdienstchef Volker Böhm nur 15 Besucher wegen hitzebedingter Probleme behandelt werden. Bis 14 Uhr verzeichnete der Rettungsdienst rund 3.500 Einsätze. Darunter seien etwa 160 Fälle mit allgemeinen medizinischen Beschwerden gewesen, daneben viele kleinere Hilfeleistungen.

Wacken Open Air
Die meisten Festivalbesucher haben die Hitze vertragen. Quelle: Frank Molter/dpa

Auch die Polizei zog Bilanz. Der Leiter der Polizeidirektion Itzehoe, Frank Mathiesen, berichtete von 226 Einsätzen bis 11 Uhr und damit mehr als im Jahr 2025 mit 187 Einsätzen. Allerdings habe es sich überwiegend um unterstützende Maßnahmen gehandelt. Zudem habe es etwas mehr Vorfälle außerhalb des Festivalgeländes gegeben.

Auffällig sei außerdem die gestiegene Zahl an Einsätzen wegen unerlaubter Drohnenflüge gewesen. Laut Mathiesen habe es sich dabei um "ahnungslose Hobbypiloten" gehandelt, gegen die nun Bußgelder verhängt würden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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