Ein weiteres, fast 220 Meter langes Betonelement für den Fehmarnbelt-Tunnel ist auf dem Grund der Ostsee versenkt worden. Damit liegt nun bereits das dritte Bauteil des künftigen längsten Absenktunnels der Welt zwischen Deutschland und Dänemark an seinem Platz, wie die Projektgesellschaft Femern A/S mitteilte. Insgesamt soll der 18 Kilometer lange Tunnel aus 89 Elementen bestehen.
Durch die Verbindung werden später sowohl eine vierspurige Autobahn mit zwei Fahrbahnen je Richtung als auch Bahnstrecken führen. Autofahrer sollen die Strecke in etwa zehn Minuten durchqueren, Züge benötigen den Angaben zufolge rund sieben Minuten. Das Vorhaben zählt zu den größten Infrastrukturprojekten Europas.
Das erste Tunnelelement war Anfang Mai für die Querung zwischen der deutschen Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland abgesenkt worden. Hergestellt werden die jeweils rund 73.500 Tonnen schweren Elemente in Rødbyhavn auf Lolland. In ihren Ausmaßen entsprechen sie ungefähr einem Frachtschiff.
Bauabschluss wohl erst nach 2030
Bereits am Donnerstagabend hatten fünf Schlepper damit begonnen, das mehr als 73.500 Tonnen schwere Betonteil zum ausgehobenen Tunnelgraben zu ziehen. Dort wurde das Element mithilfe von Stahlseilen exakt über der vorgesehenen Position ausgerichtet.
Das eigentliche Absenken begann in der Nacht zum Freitag. Am Samstagmorgen lag das Element nach Angaben der Betreibergesellschaft korrekt auf dem Meeresboden und war mit dem bereits installierten Tunnelabschnitt verbunden.
„Jeder Absenkvorgang ist eine anspruchsvolle Präzisionsaufgabe, bei der viele Komponenten zusammenspielen müssen“, erklärte der stellvertretende Projektdirektor Lasse Vester laut Mitteilung.
Anschließend wird das neue Tunnelstück mit Steinen und Schotter bedeckt, damit es im Graben gesichert ist. Gleichzeitig laufen bereits die Arbeiten am vierten Element. Jedes Bauteil trägt den Namen einer Stadt entlang der Verkehrsachse von Malta bis Finnland, zu deren zentralen Bestandteilen der Tunnel gehören soll. Das dritte Element trägt den Namen Heiligenhafen.
Ursprünglich war die Fertigstellung des Ostseetunnels für 2029 vorgesehen. Inzwischen liegt das Projekt laut der Gesellschaft jedoch mindestens zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Auch auf deutscher Seite wird damit gerechnet, dass sich der Ausbau der Hinterlandanbindung über 2029 hinaus verzögern wird.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber